Werkstattberichte

04. Juli 2013

Optimierung der Videoarchiv-Datenbank

Die Anwendung zur Bearbeitung der Videointerviews wurde vollständig neu programmiert

Seit mehr als sieben Jahren arbeitet das Team des Videoarchivs bei der Auswertung von lebensgeschichtlichen Interviews mit einer Datenbank, deren Ursprünge noch auf das Jahr 2004 zurückgehen. In technischer Hinsicht ist das eine halbe Ewigkeit her: Programmiersprachen sind komplexer geworden, digitalisierte Filme können einfacher und schneller abgespielt werden, die Ansprüche an eine webbasierte Arbeitsumgebung haben zugenommen – auch für den Laien war seit einiger Zeit offensichtlich, dass unsere Datenbank einer Generalüberholung bedurfte.

Bevor in den nächsten Wochen auch das »äußere Erscheinungsbild«, also das Videoarchiv im Ort der Information, einen neuen, zeitgemäßen und funktionaleren Anstrich erhält, hat der Software-Entwickler Daniel Hübner in Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung der Stiftung die Interview-Datenbank komplett neu erarbeitet. Das Ergebnis ist eine intuitiv zu bedienende, schnelle und funktionale Arbeitsoberfläche, die eine deutlich vereinfachte Bearbeitung der Videointerviews ermöglicht.

Daniel Hübner leistet seit mehreren Jahren die technische Unterstützung im Interviewprojekt und ist für Kamera, Licht und Ton bei der Durchführung der Interviews zuständig. Dadurch ist es ihm bei der Entwicklung der Anwendung möglich gewesen, technische Optimierungen mit den inhaltlichen Erfordernissen des Projektes zu verbinden:

Die Interviews werden nach der Aufnahme zunächst transkribiert und (wenn nötig) in die deutsche Sprache übersetzt. Daran schließen sich sieben inhaltliche Auswertungsschritte – die Erstellung von Inhalts- und Themenverzeichnis, Verschlagwortung, Lebenslauf, historischer Zusammenfassung, Übersicht und Interviewsituation an, die den Nutzern des Videoarchivs einen verständlichen Zugang zu den Quellen ermöglichen sollen. Die Verzeitmarkung ermöglicht ein problemloses Auffinden von spezifischen Interviewpassagen.

Auch die Nutzer des Archivarbeitsplatzes profitieren unmittelbar von der Neuprogrammierung. In Zukunft wird es leichter möglich sein, auch die mehr als 800 unbearbeiteten Interviews, die vornehmlich aus dem Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies der Universität Yale stammen, nach Schlagworten zu durchsuchen. Der Archivarbeitsplatz kann jeden Donnerstag zwischen 10 und 14 Uhr genutzt werden. Anmeldungen nimmt entgegen.

 

Uwe Seemann (Leiter IT), Daniel Baranowski (Videoarchiv)

Bild: Übersicht über alle Interviews und Bearbeitungsmöglichkeiten

Bild: Ansicht des Interviewblattes

Bild: Bearbeitungsfenster zur Transkription eines Interviews

Bild: Bearbeitungsfenster zur Sequenzierung eines Interviews

Bild: Ansicht der Datenbank für externe Nutzer des Videoarchivs