Veranstaltungsberichte

27. Januar 2019

Zoni Weisz spricht am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas

Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus luden der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, RomArchive, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ein, gemeinsam an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma zu erinnern.Die Gedenkstunde fand von 15 bis 16 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas statt. Nach einer Begrüßung durch Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, sprachen Michael Roth, Staatsminister für Europa, Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, und Matthäus Weiß, stellv. Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Der Holocaustüberlebende Zoni Weisz sprach von seiner Familie. Sie wurde im Mai 1944 in das Vernichtungslager deportiert. Seine Mutter, seine zwei Schwestern und sein Bruder wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 gemeinsam mit knapp 3.000 weiteren Sinti und Roma ermordet. Sein Vater kam in Mittelbau-Dora ums Leben.

Zoni Weisz betonte heute, wie auch schon bei seinen vorherigen Reden: »Nichts, fast gar nichts hat die Gesellschaft daraus gelernt, sonst würde sie heute verantwortungsvoller mit uns umgehen.« Er empfinde es als »Pflicht gegenüber meiner gesamten ermordeten Familie«, dazu beizutragen, dass das Grauen niemals vergessen wird.«

Im Anschluss an die Rede von Zoni Weisz folgte die Lesung »Voices of the Victims« von Selbstzeugnissen von Sinti und Roma durch die Schauspieler*innen Fatima Hartmann, Perjan Wirges, Nedjo Osman und Slaviša Marković mit einer Einführung durch Dr. Karola Fings (NS-Dokumentationszentrum Köln).

Über 300 Menschen nahmen an der Gedenkstunde teil, legten Kränze und zahlreiche Blumen nieder.

Bild: Zoni Weisz

Bild: Uwe Neumärker

Bild: Michael Roth

Bild: Klaus Lederer

Bild: Matthäus Weiß

Bild: Zoni Weisz

Bild: Kranzniederlegung

Bild: Über 300 Menschen nahmen teil.