Veranstaltungsberichte

19. März 2018

Gedenkstunde und Ausstellungseröffnung in Sülstorf

Am Sonnabend, den 17. März 2018, wurde die sanierte Pfarrscheune im mecklenburgischen Sülstorf unter reger Anteilnahme der Bevölkerung feierlich der Öffentlichkeit übergeben. In ihr werden fortan zwei Dauerausstellungen »Der Ehrenfriedhof Sülstorf – ein Ort des Erinnerns und Gedenkens« sowie »Die Kirchengemeinde Sülstorf im Wandel der Zeit« gezeigt. Pastor Árpád Csabay, Angehöriger der ungarischen Minderheit in Rumänien, moderierte die Redner von Kirche, Landesregierung und Ortsverwaltung. Schüler der Rastower Schule lasen aus Erinnerungsberichten überlebender Häftlinge und zeigten einen selbst produzierten Dokumentarfilm zum Scheunenprojekt, das gemeinsam von der Kirchengemeinde Pampow-Sülstorf und dem Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim umgesetzt und vor allem durch das Schweriner Landwirtschaftsministerium gefördert wurde.

Vom 13. bis zum 15. April 1945 stand ein »Räumungstransport« aus dem Außenkommando Beendorf (bei Magdeburg) des KZ Neuengamme mit fast 4.500 Häftlingen, darunter viele ungarische Jüdinnen, auf einem Nebengleis des Bahnhofs Sülstorf. Mehr als 300 Menschen kamen in diesen Tagen zu Tode. 1947 wurde ein Ehrenfriedhof eingeweiht, der 1951 durch die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg zu einer Gedenkstätte umgestaltet und 2015 erneuert wurde.

Bild: Die sanierte Pfarrscheune in Sülstorf © Nordkirche

Bild: Blick in das Innere während der Veranstaltung © Stiftung Denkmal

Bild: Uwe Neumärker bei seiner Rede © LpB MV

Bild: Besucher in der Ausstellung © LpB MV

Bild: Die Gedenkstätte am Bahnhof © Stiftung Denkmal