20. November 2018

Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz in Schwerin

Vom 21. November 2018 bis 29. Januar 2019 präsentieren die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas die Wanderausstellung »›Was damals Recht war…‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht« im Schweriner Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland.

Hintergrund zur Ausstellung:

Die Ausstellung zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten, der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen und als Deserteure, so genannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge ihr Leben verloren. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen nach 1945 den überlebenden Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Dabei hat der Deutsche Bundestag im September 2009 die letzten groben Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges aufgehoben. Zu den zehntausenden Opfern dieser Justiz zählen auch Widerstandskämpfer aus nahezu ganz Europa, die in ihren von der Wehrmacht besetzten Heimatländern oder in Deutschland inhaftiert, vor Gericht gestellt und in großer Zahl exekutiert worden sind.

Präsentiert wird die Ausstellung in Räumen der ehemaligen Wäscherei, die in einem Nebengäude des historischen Gerichts- und Gefängniskomplexes am heutigen Schweriner Demmlerplatz durch die Schweriner Bezirksverwaltung für Staatssicherheit betrieben worden ist. Nach der Fertigstellung im September 1916 waren im Justizgebäude zunächst das Amts- und Landgericht, ab 1933 unter den Nationalsozialisten dann auch das Sondergericht, das Erbgesundheitsgericht sowie ab 1942 das Oberlandesgericht untergebracht. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Justizkomplex durch den Sowjetischen Geheimdienst übernommen und es urteilte ein Sowjetischen Militärtribunal. Wenige Jahre später nutzte dann die Schweriner Bezirksverwaltung für Staatssicherheit das Gerichts- und Gefängnisgebäude. Der historische Gerichts- und Gefängniskomplex am Schweriner Demmlerplatz spiegelt somit wie kein anderes Bauwerk des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Kontinuitäten und Brüche deutscher Geschichte des vergangenen Jahrhunderts wider. Die dreiteilige Dauerausstellung des Dokumentationszentrums, und hier insbesondere der Ausstellungsteil zur Geschichte der NS-Justiz, soll mit der nunmehr gezeigten Wanderausstellung um die Geschichte der NS-Militärjustiz ergänzt werden.

Konzept:

Konzipiert wurde die Ausstellung von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, unterstützt von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V.

Mehr Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter: www.stiftung-denkmal.de/ausstellungen/was-damals-recht-war.html

Ausstellungskatalog:
Der Begleitband zur Wanderausstellung dokumentiert mit zahlreichen Fotos, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Aktenstücken das Schicksal von Soldaten und Zivilisten, die zwischen 1939 und 1945 zu Opfern der deutschen Wehrmachtjustiz wurden. Der Katalog ist für 15 € erhältlich unter info@stiftung-denkmal.de

Ausstellungsort: Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland, Obotritenring 106, 19053 Schwerin

Ausstellungsdauer: 21. November 2018 bis 29. Januar 2019

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12.30 - 16.00 Uhr, oder nach Absprache

Eintritt: frei

Auskünfte unter: dokuzentrum-schwerin [at] lpb.mv-regierung.de, Telefon: 0385 745299-11


Kontakt
:
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Tel.: +49 (0)30 – 26 39 43 26, E-Mail: presse [at] stiftung-denkmal.de ,Internet: www.stiftung-denkmal.de

Bild: Besucher in der Ausstellung in Aschaffenburg (Station der Ausstellung vom 27. September bis zum 4. November 2018), Foto: Otschik