Bild: Set eines Zeitzeugengesprächs

Von der Aufnahme zum Zeugnis

Nachdem der Kontakt zu unseren Interviewpartnern hergestellt wurde, besprechen wir in einem Telefonat die wichtigsten Lebensstationen, Personen- und Ortsnamen. Dies ermöglicht uns eine gezielte Vorbereitung auf die individuelle Lebensgeschichte. Einen Tag vor dem Interview treffen sich die beiden Interviewer, der Kameramann und der Interviewte zu einem Vorgespräch, bei dem Fragen zum Ablauf im Mittelpunkt stehen.

Das eigentliche Interview beginnt zunächst mit einer kurzen Vorstellung. Dann erzählen die Interviewpartner – frei, ohne inhaltliche oder zeitliche Vorgaben, von den Interviewern durch unterstützende Fragen begleitet – ihre Lebensgeschichte. Das Interview wird digital aufgezeichnet und nach der Durchführung in die Datenbank des Videoarchivs eingespielt. Die Interviewpartner erhalten eine Kopie des Films.

Die Auswertung des Interviews beginnt mit der Transkription, im Falle von nicht-deutschsprachigen Interviews schließt sich eine Übersetzung an. Dann wird der Film mit Zeitmarken versehen, die später ein problemloses Navigieren ermöglichen. Es schließen sich verschiedene inhaltsanalytische und historische Auswertungsschritte an, die den Besuchern des Videoarchivs vielfältige Beschäftigungen mit dem umfangreichen Filmmaterial (meist mehrere Stunden) erlauben: Die Interviews werden in Inhalts- und Themenverzeichnisse eingeteilt, es werden Lebensläufe und kontextualisierende Zusammenfassungen, Darstellungen der Interviewsituation und Verschlagwortungen erstellt. Nach Abschluss der Arbeiten werden diese Auswertungsergebnisse den Interviewten zugesandt und an den Computerterminals im Videoarchiv der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.