Am 22. Juni 2023 beschloss der Deutsche Bundestag die Errichtung des Mahnmals für im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas.
Das Mahnmal befindet sich im Großen Tiergarten in der Nähe des Goldfischteichs. Die Übergabe des Gedenkortes an die Öffentlichkeit fand am 24. Juni 2026 mit insgesamt 900 Gästen statt. Zur Einweihung sprachen unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (Rede) und Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer.
Mahnmal
momentan im Bau
ORT
Großer Tiergarten in der Nähe des Goldfischteichs, 10117 Berlin
KONTAKT
+49 30 26 39 43 – 36
besucherservice@stiftung-denkmal.de
Historische Hintergründe
Die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, die sich auch Ernste Bibelforscher nannte, wurde seit 1933 in Deutschland und ab 1938 auch im nationalsozialistisch beherrschten Europa systematisch verfolgt.
Sie verweigerten den Hitler-Gruß, die Aufnahme in staatliche Organisationen und den Kriegsdienst. Sie wurden verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt, ermordet – im Deutschen Reich wie in den meisten eroberten Gebieten.
Fast 14.000 Zeugen Jehovas – Frauen und Männer – wurden inhaftiert, darunter 4.200 in Konzentrationslagern, wo sie mit einem »lila Winkel« stigmatisiert wurden. Mindestens 1.750 Zeugen Jehovas verloren ihr Leben.
Warum dieser Standort?
Im Zuge einer Verhaftungswelle 1936 wurden führende Zeugen Jehovas in ganz Deutschland inhaftiert. Mindestens 17 der dabei Verhafteten starben an den Folgen von Folter. Am Goldfischteich im Berliner Tiergarten fand am 22. August 1936 eine dieser Verhaftungsaktionen der Gestapo statt.
Der Künstler Matthias Leeck

Der Künstler Matthias Leeck hat die schlichte Bronzeskulptur für den Gedenkort entworfen. Sie wurde aufgrund ihres Gewichtes in Einzelteilen zum Erinnerungsort transportiert und am Ort montiert. Der Gedenkort fügt sich zusammen mit einer Informationstafel (wird noch aufgestellt), einer Zuwegung sowie verschiedenen Anpflanzungen, gemäß den Vorgaben des Landesdenkmalamtes, in das Gartenlandschaftsdenkmal Großer Tiergarten ein.
Biographische Ergänzung
Schulprojekte und Jugendgedenkinitiativen haben bis zur Einweihung des Mahnmals unter www.biographien-verfolgter-zeugen-jehovas.de eine interaktive Karte mit Orten des Widerstands und der Verfolgung von Zeugen Jehovas erstellt

Unter dem Stichwort »Gedächtnis der Namenlosen« haben Jugendliche, angeleitet von Lehrkräften und in der Jugendarbeit Engagierten, eine stetig wachsende Datenbank mit Biographien von Zeugen Jehovas erstellt. Diese Daten bilden die Grundlage für eine interaktive Karte zu den Orten des Widerstandes und der Verfolgung. Historische Dokumente und Fotos sowie Videoclips, die während der Arbeit der Jugendlichen entstanden sind, gänzen die biographischen Informationen auf der interaktiven Karte. Über den gesamten Projektverlauf begaben sich die Jugendlichen mit ihren Rechercheergebnissen immer wieder in aktive Austauschformate. Das Projekt wurde von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert gefördert.
Kurzdokumentation »Bibelforscher – unglaublicher Mut«
Die Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum nahm den Beschluss des Deutschen Bundestags am 22. Juni 2023 zum Anlass, eine kurze filmische Information über die Religionsgemeinschaft zu erarbeiten. Der Film »Bibelforscher – unglaublicher Mut« wurde im Januar 2026 fertiggestellt und informiert über die nationalsozialistische Verfolgung, den mutigen Widerstand vieler Zeugen Jehovas gegen das NS-Regime und die fortdauernde Repression in der DDR nach 1945.











