Am 27. August 2026 lud die Stiftung Denkmal gemeinsam mit dem Museum Berlin-Karlshorst zu einer Vortags- und Diskussionsveranstaltung zur Erinnerung an die Massenerschießung in der ukrainischen Stadt Kamenez-Poldolsk (ukrainisch: Kamjanez-Podilskyj) vor 85 Jahren ein. Die Veranstaltung fand im Ort der Information unter dem Stelenfeld statt.
Ende August 1941 ermordeten deutsche Einheiten unter dem Befehl von SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln über 23.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer in der ukrainischen Stadt Kamenez-Podolsk. Etwa die Hälfte der Opfer stammte aus Ungarn. Das Massaker war in seinen Dimensionen bis dahin beispiellos und gilt heute, 85 Jahre später, als wichtige Etappe auf dem Weg zum systematischen Mord an den europäischen Juden.
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, eröffnete die Abendveranstaltung und begrüßte die Gäste. Adam Kerpel-Fronius, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Denkmal und Moderator des Abends, sprach in seinem Vortrag über den Beginn der deutschen Besatzung in der Ukraine und Ungarns Rolle beim Verbrechen von Kamenez-Podolsk. Oliver Gaida, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Denkmal rekonstruierte die Massenerschießung in Kamenez-Podolsk und ihre Vorgeschichte anhand der fotografischen Quellen aus dem August 1941.
Die noch nie öffentlich gezeigten Fotos ermöglichen neue Blickwinkel auf die ersten Monate der deutschen Besatzung in der Ukraine und die Ereignisse, die den beginnenden Massenmord an den Juden begleiteten.
Im zweiten Teil der Abendveranstaltung gab Bozhena Kozakevych, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stabsstelle »Deutsch-Polnisches Haus«, einen Einblick in die vielfältige ukrainische Erinnerungskultur.
In seinem Vortrag zeigte Christoph Meißner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum Berlin-Karlshorst, den Teilnehmer/-innen anhand von Fotos, die er bei seinem Besuch der Stadt im Juni 2026 aufgenommen hat, wie heute der Verbrechen in Kamjanez-Podilskyj erinnert wird.
Die abschließende Gesprächsrunde bot den Gästen die Möglichkeit, Nachfragen zu stellen und Einzelheiten zu vertiefen.
Diese Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung »1941 Juni-Briefe. Ungelesene Feldpost aus Kamjanez-Podilskyj«, die aktuell im Museum Karlshorst gezeigt wird.













