02. September 2019

Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus« in Berlin

3. bis 19. September 2019, Charité, Campus Virchow-Klinikum, Glashalle, Mittelallee 10, 13353 Berlin

Kranke und behinderte Menschen gehören zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche »Volksgemeinschaft«. Bis zu 400 000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200 000 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Dies geschah inmitten der deutschen Gesellschaft, verantwortet von Psychiatern, Neurologen, Kinder- und anderen Fachärzten, von Verwaltungsfachleuten und Pflegekräften. Die Ausstellung nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie. Sie erzählt die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde in Verbindung mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors erarbeitet.

Eröffnung
am 2. September 2019
ab 17 Uhr

durch:
Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie
und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde
Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
(Charité Campus Mitte)

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erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus
Charité, Campus Virchow-Klinikum, Glashalle, Mittelallee 10, Berlin
(Eingang: Augustenburger Platz 1)
3.9. bis 19. 9. 2019
Täglich 8 bis 20 Uhr

Bild: Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus« in Ulm; Fotos: Benjamin Traub, 1914–1941, Privatbesitz, David Föll, 1858–1940, Landesarchiv Baden-Württemberg, Irmgard Heiss, 1897–1944, Familienarchiv Stellbrink