Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
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Übergabe an die Öffentlichkeit

  • 24. Juni 2026
  • Aktuelles, Veranstaltungsbericht

Anlässlich der Einweihung des Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas lud die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am 24. Juni 2026 zum Festakt in den Großen Tiergarten, in der Nähe des Goldfischteichs ein, wo das neue Mahnmal der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, begrüßte die etwa 900 Gäste, die trotz großer Hitze zur Eröffnung erschienen waren.

Als Erstes sprach Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.

Sie erinnerte an die Opfer während der Zeit des Nationalsozialismus, denen das Mahnmal gewidmet ist: Die Zeugen Jehovas »wurden als sogenannte Kriegsdienstverweigerer hingerichtet oder kamen unter unmenschlichen Bedingungen in Haft ums Leben.« Das Mahnmal ist »ein Zeichen für unsere Erinnerungskultur. Wir schulden allen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, ein würdiges Gedenken.« (Link zur gesamten Rede)

Ihr folgte Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, der auf die besondere Bedeutung des Goldfischteichs hinwies: Hier wurden heimlich Informationen ausgetauscht und Widerstand organisiert. In seiner Pressemitteilung erklärte der Staatsminister zudem: »Mit diesem Mahnmal erhält eine lange Zeit weniger bekannte Opfergruppe des Nationalsozialismus einen sichtbaren Ort des Erinnerns und Gedenkens. […] Wir schließen eine Lücke in unserer Erinnerungskultur.«

Für das Land Berlin sprach Felor Badenberg. Als Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz erinnerte sie daran, dass die verfolgten Zeugen Jehovas meist von Gerichten verurteilt und im Anschluss eingesperrt oder ermordet worden waren.

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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Uwe Neumärker © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Kammerorchester Terra Nova © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske

Weiterhin sprachen Matthias Leeck, Künstler des Mahnmals (Rede), sowie Clara-Denise Dörner, Urenkelin des Verfolgten Bruno Seide (Rede), und Julius Glaser, Urenkel des Verfolgten Wilhelm Ruhnau (Rede). Der Festakt wurde musikalisch begleitet vom Kammerorchester Terra Nova.

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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Matthias Leek © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Clara-Denise Dörner und Julius Glaser © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit, Julius Glaser © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Wolfram Weimer und Julia Klöckner zusammen mit Jugendlichen aus dem Projekt »Gedächtnis der Namenlosen«, gefördert von der Stiftung EVZ im Rahmen des Programms »JUGEND erinnert vor Ort & engagiert« © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske
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24. Juni 2026: Übergabe an die Öffentlichkeit © Stiftung Denkmal, Foto Marko Priske

Zeitgleich mit der Einweihung des Mahnmals wurde die Webseite www.biographien-verfolgter-zeugen-jehovas.de veröffentlicht. Dieses Wissensportal, dass von Jugendlichen erarbeitet wurde, wird das Mahnmal digital ergänzen. Die Jugendlichen aus dem Projekt –  welches von BKM sowie von der Stiftung EVZ im Rahmen des Programms »JUGEND erinnert vor Ort & engagiert« gefördert wurde – waren ebenfalls zur Einweihung des Mahnmals nach Berlin gekommen und trafen dort, im Anschluss an die Übergabe des Mahnmals an die Öffentlichkeit persönlich mit dem Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, sowie Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zusammen.

Hintergrund
Am 22. Juni 2023 beschloss der Deutsche Bundestag die Errichtung des Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas. Die christliche Glaubensgemeinschaft, die sich auch Ernste Bibelforscher nannte, wurde ab 1933 in Deutschland und ab 1938 auch im nationalsozialistisch beherrschten Europa systematisch verfolgt. Über 15.500 Zeugen Jehovas – Frauen und Männer – wurden inhaftiert, darunter 4.500 in Konzentrationslagern, wo sie mit einem »lila Winkel« stigmatisiert wurden. Mindestens 1.800 Zeugen Jehovas verloren ihr Leben.

Die Stiftung Denkmal dankt der Arnold-Liebster-Stiftung für ihre Unterstützung.

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Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist eine bundesunmittelbare Stiftung, die das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit dem Ort der Information und das  Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma, den Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde sowie das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas betreut.

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Georgenstraße 23
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+49 30 263943 0
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