Am 20. Mai 2026 veranstalteten die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin einen Abend zum Gedenken an Jeanette Wolff anlässlich ihres am 19. Mai 2026 begangenen 50. Todestages. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Würdigung ihres Kampfes gegen politischen Extremismus sowie ihres Engagements für eine gelebte Demokratie.
Nach der Begrüßung durch Dr. Julia Spohr, Direktorin der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, hielt die Politikwissenschaftlerin Julia Pietsch einen Vortrag unter dem Titel »Wenn man sich gegen den Misthaufen wehren will, muß man die Mistgabel richtig ansetzen«. Darin widmete sie sich Jeanette Wolffs demokratischem Engagement und ihrem Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933.
Im anschließenden Gespräch wurde Jeanette Wolffs Wirken vor, während und nach der nationalsozialistischen Herrschaft weiter vertieft. Julia Pietsch, Dr. Hilmar Sack und Uwe Neumärker beleuchteten dabei ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten ebenso wie ihr politisches Wirken in der Bundesrepublik und diskutierten die Voraussetzungen und Grundlagen ihres demokratischen Engagements.

Jeanette Wolff
Die Politikerin, Frauenrechtlerin und bekennende Jüdin Jeanette Wolff war eine überzeugte und leidenschaftliche Demokratin. In der Zeit des Nationalsozialismus politisch und antisemitisch verfolgt, überlebte Jeanette Wolff den Holocaust – anders als nahezu ihre gesamte Familie. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Erfahrung umfassender Entrechtung und tödlicher Gewalt setzte sie sich ab 1946 konstruktiv und selbstbewusst für ein menschliches, gerechtes und soziales Miteinander ein – als Berliner Stadtverordnete und Bundestagsabgeordnete, Gewerkschafterin und Funktionärin mehrerer Organisationen, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Für ihr Wirken ist Jeanette Wolff vielfach geehrt worden. Dennoch ist sie vielen heute unbekannt.
Jeanette Wolffs Engagement hatte sein Fundament bereits in jungen Jahren. Früh trat sie der SPD bei und engagierte sich in der Weimarer Republik politisch. Als Rednerin warnte sie zudem schon weit vor 1933 vor der menschenverachtenden und reaktionären Ideologie des Nationalsozialismus und scheute dabei auch nicht die öffentliche Konfrontation mit dessen Funktionären.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas










