Werkstattberichte

01. April 2015

Online-Portal zur Holocaust-Forschung in Berlin eröffnet

Zukünftig wird es immer mehr zur Aufgabe der Geschichtsforschung und der Archive, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Digitale Hilfsmittel leisten dabei wertvolle Unterstützung.

Im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Wissenschaft wurden am 26. März 2015 in der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften die Ergebnisse des Projektes European Holocaust Research Infrastructure (kurz: EHRI) der Öffentlichkeit präsentiert. Robert-Jan Smits, Generaldirektor der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Union, gab den Startschuss für das Portal. In seiner Rede verwies er auf die Bedeutung der Wis-sensvermittlung über den Holocaust als Mittel gegen Diskriminierung und Intoleranz.

Die EHRI-Webseite stellt Wissenswertes zu mehr als 1.800 Archiven aus 51 Ländern zur Verfügung. Sie bietet Informationen zu zehntausenden Archivdokumenten zur Geschichte des Holocaust.

Das von der EU geförderte Projekt startete im Jahr 2010. Zwanzig führende Forschungsinstitutionen und Archive aus Europa und Israel arbeiteten gemeinsam daran, die heterogenen Quellen zum Holocaust zu vereinen. Sie schufen Strukturen, mit denen die verstreuten europäischen Forschungs- und Archivressourcen vernetzt werden konnten.

»Das EHRI-Portal spielt eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung von Wissen über den Holocaust«, so die Projektleiterin Dr. Conny Kristel vom Niederländischen Institut für Kriegsdokumentation (NIOD). So steht das Online-Portal künftig nicht nur der Forschung, sondern auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. In den folgenden Jahren wird es um weitere Quellen ergänzt. Möglich wird dies durch die Förderung einer zweiten mehrjährigen Projektphase, deren Bewilligung Robert-Jan Smits in seiner Rede bekannt gab.

Eine längerfristige Förderung des Projektes ist wichtig, da die Bestände zahlreicher Archive noch immer unzureichend erschlossen sind. Eine zentrale Aufgabe wird die Zusammenführung weiterer Bestandsbeschreibungen aus Archiven der vergleichsweise wenig erforschten Länder Ost- und Südosteuropas sein – etwa 90 Prozent der Holocaustopfer waren osteuropäische Juden.

Die Stiftung Denkmal ist einer der 20 Projektpartner von EHRI. Im vergangenen Jahr organisierte die Stiftung einen internationalen Workshop zur Holocaustforschung. Gemeinsam mit dem Projektträger NIOD richtete sie die feierliche Abschlusspräsentation aus.

  • Das Programm der Veranstaltung ist hier abrufbar.
  • Weitere Informationen zum EHRI-Projekt finden Sie hier.
Bild (v. l. n. r.): Prof. Marek Ratajczak, polnischer Staatssekretär, Sander Dekker, niederländischer Staatssekretär, Conny Kristel, EHRI Projektkoordinatorin, Robert-Jan Smits, Generaldirektor Forschung und Innovation der Europäoschen Kommission, Cornelia Quennet-Thielen, deutsche Staatssekretärin, Foto: Marko Priske

Bild (v. l. n. r.): Prof. Marek Ratajczak, polnischer Staatssekretär, Sander Dekker, niederländischer Staatssekretär, Conny Kristel, EHRI Projektkoordinatorin, Robert-Jan Smits, Generaldirektor Forschung und Innovation der Europäoschen Kommission, Cornelia Quennet-Thielen, deutsche Staatssekretärin, Foto: Marko Priske

Bild: Robert-Jan Smits eröffnet das Online-Portal, Foto: Marko Priske

Bild: Robert-Jan Smits eröffnet das Online-Portal, Foto: Marko Priske

Bild: EHRI-Projektkoordinatorin Conny Kristel, Foto: Marko Priske

Bild: EHRI-Projektkoordinatorin Conny Kristel, Foto: Marko Priske

Bild: Podiumsdiskussion zur Zukunft der Holocaustforschung, Foto: Marko Priske

Bild: Podiumsdiskussion zur Zukunft der Holocaustforschung, Foto: Marko Priske

Bild: Teilnehmer der Konferenz (Veerle Vanden Daelen, CEGESOMA, und Haim Gertner, Yad Vashem), Foto: Marko Priske

Bild: Teilnehmer der Konferenz (Veerle Vanden Daelen, CEGESOMA, und Haim Gertner, Yad Vashem), Foto: Marko Priske