Werkstattberichte

22. August 2017

Gestaltungsworkshop zur Jugendwebseite »Du bist anders?« – Walerjan Wróbels Biographie erhält Symbolbilder

Am 17. Juli 2017 kamen die Schüler der Klassenstufe 11 der Hamburger Stadtteilschule Kirchwerder nach Berlin in die Ausstellung unter dem Stelenfeld. Der Grund für Ihren Besuch war die Teilnahme an dem Gestaltungsworkshop zur Jugendwebseite »Du bist anders?«, eine Online-Ausstellung, die ausgewählte Biographien von während des Nationalsozialismus ausgegrenzten Kindern und Jugendlichen zeigt. Die Schüler der  Hamburger Schule hatten bereits während ihres laufenden Schuljahres die Lebensgeschichte von Walterjan Wróbel* für www.dubistanders.de recherchiert und wollten nun die Symbolbilder seiner Lebensgeschichte für die Webseite selbst gestalten.

Aus verschiedenen Quellen und persönlichen Briefen hatten die Schüler sich intensiv mit der Persönlichkeit Walerjan Wróbels auseinandergesetzt und die historischen Geschehnisse rekonstruiert.

Nun in  Berlin, unter der Anleitung der Grafikerin Christine Franke, die schon zahlreiche Symbolbilder zu anderen Biographien auf der Jugendwebseite gestaltet hat, bewiesen die Hamburger Schüler beim Gestalten großes Einfühlungsvermögen. In ihren fünf selbstgestalteten Symbolbildern griffen sie verschiedene persönliche Gefühle und Erlebnisse Walerjan Wróbels* auf. So sind sein Heimweh, seine Zeichenbegabung, sein Mut und seine Zuflucht im Glauben, ebenso Teil der Symbolbilder, wie auch die recht unbeschwerte Kindheit, die harte Zeit der Zwangsarbeit, seine Inhaftierung und seine Hinrichtung.

Die Ergebnisse des Gestaltungsworkshops waren sehr vielschichtig. Es sind filigrane Kunstwerke entstanden. Die Schüler selbst nannten es: »eine lebendige Erinnerung an Walerjan Wróbel«. Die Biographie von Walerjan Wróbel und die dazugehörigen Symbolbilder werden im Herbst auf www.dubistanders.de zu sehen sein. Die Stiftung Denkmal dankt allen beteiligten Schülern der Stadtteilschule Kirchwerder für ihre engagierte Teilnahme und Recherchearbeit.

 

*Walerjan Wróbel, 1925 in dem polnischen Dorf Falków geboren, wurde nach dem deutschen Überfall auf Polen 1941 auf einen Bauernhof bei Bremen zur Zwangsarbeit geschickt. Aufgrund seines großen Heimwehs unternahm er einen Fluchtversuch, der aber scheiterte. In seiner Verzweiflung zündete er dort eine Scheune an, in der Hoffnung dadurch wieder nach Hause geschickt zu werden. Aber stattdessen wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

 

Bild: Eine Schülerin beim Gestalten eines Symbolbildes; Foto: Marko Priske

Bild: Schüler diskutieren über das Konzept der Symboldbilder; Foto: Marko Priske

Bild: Eine Schülerin bei der Fertigstellung der Symbolbilder; Foto: Marko Priske