Werkstattberichte

26. Juni 2014

Expertentreffen »Stories that move. Discussing diversity and discrimination«

Regina Schulz

Am 19. Juni 2014 durfte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas eine Gruppe internationaler Pädagogen zu einem Workshop im Ort der Information begrüßen. Das Anne Frank Zentrum Berlin und das Anne Frank House Amsterdam hatten das Expertentreffen »Stories that move. Discussing diversity and discrimination« vom 16. bis 20. Juni 2014 in Berlin organisiert. Der Besuch bei der Stiftung Denkmal hatte den Schwerpunkt der Verfolgung der Sinti und Roma und möglichen Lehrmethoden für die schulische und außerschulische Geschichtsvermittlung.

Grischa Zeller, Leiter der pädagogischen Abteilung der Stiftung, sprach mit den Teilnehmern über die Geschichte und die Symbolik des 2012 eröffneten Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Im Anschluss daran stellte er den Workshop »Die Verfolgung der Sinti und Roma – ein Workshop mit Zeitzeugeninterviews« vor, der für Schulklassen der Sekundarstufen I und II konzipiert ist. Besonders gut gefiel den Anwesenden, dass sich die Schüler nach der Arbeit mit den Zeitzeugeninterviews assoziative Symbolbilder aussuchen. Mit diesen Symbolbildern erklären sie ihrer Gruppe, was die frei gewählten Bilder für sie mit den Biografien der Menschen in den Interviews verbindet. Dadurch erhalten die Vorträge der Schüler eine persönliche Note, weil sie keine reinen Fakten vortragen, sondern selbst assoziierte Gedanken.

Als digitales Medium der interaktiven Geschichtsvermittlung an Jugendliche stellte Grischa Zeller zudem die Jugendwebseite www.dubistanders.de vor. Die Onlineausstellung stellt Biografien von aus verschiedenen Gründen verfolgten Jugendlichen im Nationalsozialismus vor, anhand derer Schülerinnen und Schüler in einem Mitmachbereich selbst aktives Gedenken praktizieren können.

Die Pädagogin Karen Polak vom Anne Frank House in Amsterdam stellte die Geschichtswebseite www.romasinti.eu vor, die die Geschichte der Verfolgung und Ermordung europäischer Sinti und Roma anhand einzelner Biografien darstellt und auf ansprechende Gestaltung sowie die Einbindung von Bild und Ton baut.

Dr. Maria Ecker stellte schließlich den Teilnehmenden noch www.romasintigenocide.eu vor, eine breit angelegte Sammlung von Informationen zur Verfolgung der Roma und Sinti in der Zeit des Nationalsozialismus mit vielfältigen Recherche- und Lernmöglichkeiten und einem großen Download-Bereich für Lehrkräfte.

Wir danken den Initiatoren und Teilnehmern herzlich für diesen sehr interessanten Workshop bei uns und freuen uns auf weiteren Austausch und erneute Begegnungen wie diese.

Bild: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops »Stories that move. Discussing diversity and discrimination«, Bild: Stiftung Denkmal

Bild: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops »Stories that move. Discussing diversity and discrimination«, Bild: Stiftung Denkmal