Veranstaltungsberichte

14. November 2019

Wanderausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« in Osnabrück eröffnet

Am 14. November 2019 wurde die Wanderausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund, der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte »Johannes Rau« Minsk in der Universitätsbibliothek Osnabrück eröffnet. Das Foyer des erst vor einigen Jahren eröffneten Gebäudes beherbergt damit nun schon die dritte Ausstellung, an deren Erstellung die Stiftung Denkmal maßgeblich beteiligt war.

Nach »›Was damals Recht war ...‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht« (2017) und »›Alles brannte‹ – Jüdisches Leben und seine Zerstörung in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen« (2018) informiert nun also eine Ausstellung über Malyj Trostenez. Dort befand sich zwischen Frühjahr 1942 und Sommer 1944 die größte Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der besetzten Sowjetunion. Um die Spuren zu verwischen, ließen die Mörder Ende 1943 die Leichen der Opfer ausgraben und verbrennen. Eine sowjetische Kommission zur Untersuchung nationalsozialistischer Verbrechen schätzte im August 1944 206.500 Opfer – vor allem belarussische, österreichische, deutsche und tschechische Juden, Zivilisten, Partisanen, Widerstandskämpfer und sowjetische Kriegsgefangene. Die Ausstellung – ein deutsch-belarussisches Pilotprojekt – würdigt die Opfer und zeigt zugleich, auf welche Weise und an welchen Orten in Belarus, Deutschland, Österreich und Tschechien der Ermordeten gedacht wird. Sie beschäftigt sich aber auch mit der Topographie des Mordens und den Tätern. Sie hat zum Ziel, Malyj Trostenez als europäischen Tat- und Erinnerungsort in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.

Für die Aufstellung der Ausstellung in Osnabrück fanden sich neben der Universitätsbibliothek erneut die Professur für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung am Historischen Seminar und die Volkshochschule zusammen. Ein Begleitprogramm wurde in Kooperation mit den Osnabrücker Friedensgesprächen entwickelt. Zur Eröffnung am 14. November sprachen Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, und Dr. Aliaksandr Dalhouski, Geschichtswerkstatt des IBB Minsk.

Bild: Prof. Dr. Christoph Rass, Neueste Geschichte & Historische Migrationsforschung (IMIS), begrüßte die Gäste

Bild: Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal © Stiftung Denkmal

Bild: Dr. Aliaksandr Dalhouski, einer der Kuratoren der Ausstellung, Geschichtswerkstatt Minsk © Stiftung Denkmal