Veranstaltungsberichte

24. Juni 2010

Gedenken in Königsberg

Am Nachmittag des 24. Juni 2010 lud der Präsident der Duma des Königsberger Gebiets (russisch: Kaliningrad), Sergej Bulitschew, zur ersten Gedenkfeier anlässlich der Deportation von 465 Juden aus Königsberg nach dem Holocaust ein.

Im Rahmen dieser Gedenkfeier sprachen die Zeitzeugen Nechama Drober, geboren als Hella Markowsky, sowie Michael Wieck in bewegenden Worten über die Verschleppung ihrer Angehörigen, Mitschüler und Lehrer. Angehörige der SS verschleppten am 24. Juni 1942 vom Güterbereich des Nordbahnhofs jüdische Kinder, Frauen und Männer aus Königsberg und der Provinz Ostpreußen in die Vernichtungsstätte Malyj Trostenez. Drober und Wieck sind die einzigen noch lebenden deutschen Juden, die die nationalsozialistische Verfolgung und die anschließende sowjetische Herrschaft in Königsberg bezeugen können.

Der Präsident der Gebietsduma und der deutsche Generalkonsul Dr. Aristide Fenster unterstützen die deutsch-russische zivilgesellschaftliche Initiative, am Ausgangsort der Deportation am Nordbahnhof eine Gedenktafel anzubringen. Das Vorhaben wird getragen von der Jüdischen Gemeinschaft »Adat Israel«, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Stadtgemeinschaft Königsberg e. V., und dem Europainstitut Klaus Mehnert der Kaliningrader Staatlichen Technischen Universität.