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27. Januar 2019

Gedenkstunde am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas

27. Januar 2019, 15 bis 16 Uhr, Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor

Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus laden der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, RomArchive, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas herzlich ein, gemeinsam an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma zu erinnern.
Die Gedenkstunde findet in Kooperation mit RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma am 27. Januar 2019 von 15.00 bis 16.00 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (Simsonweg, zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor) statt. Es besteht die Möglichkeit, Blumen niederzulegen.

Es sprechen:
Michael Roth, Staatsminister für Europa
Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa
Matthäus Weiß, stellv. Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Uwe Neumärker, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Zoni Weisz, Überlebender des Holocaust

Im Anschluss folgt die Lesung »Voices of the Victims« von Selbstzeugnissen von Sinti und Roma durch die Schauspieler*innen Fatima Hartmann, Perjan Wirges, Nedjo Osman und Slaviša Marković mit einer Einführung durch Dr. Karola Fings (NS-Dokumentationszentrum Köln).

Begleitprogramm im Rahmen des Festivals »Performing RomArchive«
in der Akademie der Künste (Pariser Platz 4, 10117 Berlin)

16:30 bis 18:00 Uhr

Einführung »Voices of the Victims“

Die Historikerin Dr. Karola Fings gibt eine kurze Einführung in ihr Forschungsprojekt »Voices of the Victims«, für das sie im Rahmen von RomArchive in zwanzig Ländern frühe Selbstzeugnisse von Sinti und Roma gesammelt hat, die Opfer der NS-Verfolgung wurden. Geheime Nachrichten, Gnadengesuche, Zeugenaussagen – bis heute sind nur wenige solcher Zeugnisse bekannt und umso bedeutender, als sie eine Gegenerzählung zu dem von den Täterinnen und Täterinnen konstruierten Bild darstellen.

Lesung mit Edward Dębicki


Der polnische Rom Edward Dębicki, geboren 1935, überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Er liest aus seinem Buch Totenvogel (2018), in dem er seine Kindheit und Jugend sowie das Leid unter der deutschen Besatzung beschreibt.
Moderation: Lothar Quinkenstein
In Kooperation mit der Friedenauer Presse

Filmvorführung und Gespräch


Der Kurzfilm Pamyataty / Remember (2016) des ukrainischen Regisseurs Petro Rusanienko handelt vom Schicksal einer während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis verfolgten Romni in der Ukraine und einer mutigen Bäuerin, die versucht, sie zu schützen. Anschließend an die Filmvorführung findet ein Gespräch zwischen dem Regisseur und Katalin Bársony, der Direktorin der Romedia Foundation und Kuratorin des Archivbereichs Film von RomArchive statt.

Anlässlich der Veröffentlichung der Website von RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma zeigt das interdisziplinäre Festival »Performing RomArchive« in der Berliner Akademie der Künste den Reichtum und die Vielseitigkeit der europäischen Kulturproduktion.
Vollständiges Festivalprogramm: blog.romarchive.eu

RomArchive wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Bild: Gedenken am Sinti und Roma Denkmal am 29. Januar 2018 anlässlich des Holocaustgedenktages, Foto: Stiftung Denkmal