23. Januar 2008

Online-Gedenkbuch des Bundesarchivs im Holocaust-Denkmal zugänglich

Seit heute erhalten Besucher des Denkmals für die ermordeten Juden Europas über einen Computerplatz direkten Zugang zu dem vom Bundesarchiv veröffentlichten »Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945«. Das für die Erinnerungskultur wichtige neue Informationsangebot, das kontinuierlich aktualisiert wird, ermöglicht gezielt nach Namen, Wohnorten, Geburts-, Deportations- und Sterbedaten jüdischer Opfer zu suchen.

Das neue Computerterminal im Yad-Vashem-Foyer des Ortes der Information wurde durch den Präsidenten des Bundesarchivs, Prof. Dr. Hartmut Weber, vorgestellt und der Öffentlichkeit übergeben. »Das Gedenkbuch gibt den Opfern Namen und Identität und damit wenigstens einen Teil der Würde zurück, die ihnen die Nationalsozialisten systematisch entzogen haben«, sagte Hartmut Weber. Die Besucher könnten bei der Recherche begreifen, dass Opfer aus ihrer Heimatstadt kommen und dass Eltern oder Großeltern sie als Nachbarn eigentlich gekannt haben müssten.

Uwe Neumärker, Geschäftsführer der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, betonte: »Das Gedenkbuch in seiner Onlineversion ist eine sinnvolle Ergänzung des Angebots und der Datenbank der Holocaustopfer von Yad Vashem im Ort der Information, insbesondere für deutschsprachige Gäste.«

Die Online-Version des Gedenkbuches für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus enthält Angaben zu fast 159 000 ermordeten und verschleppten deutschen Juden und damit rund 10 000 weitere Schick-sale gegenüber der 2006 erschienenen gedruckten Ausgabe. Für die Onlinefassung des Gedenkbuches wurden die seit der Veröffentlichung 2006 beim Bundesarchiv eingegangenen Zuschriften von Angehörigen der Ermordeten, Forschern sowie interessierten Privatpersonen ausgewertet und berücksichtigt. Es enthält außerdem erstmals die bisher bekannten Namen von 1938/39 aus dem Deutschen Reich nach Polen abgeschobenen rund 7 000 polnischen Juden. Darüber hinaus sind die Ergebnisse aus der Arbeit an dem Projekt »Liste der jüdischen Einwohner im Deutschen Reich 1933 – 1945« in die Online-Präsentation eingeflossen. Dazu wurden nahezu 1 000 Quellen aus Institutionen des In- und Auslands ausgewertet.

Das Bundesarchiv hofft, durch die Bereitstellung seines Datenbestandes im Internet und jetzt neu im Denkmal für die ermordeten Juden Europas weitere Hinweise zu erhalten, die auch künftig Präzisierungen und Ergänzungen der jüdischen Schicksale ermöglichen.

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs ist seit dem 14. Dezember 2007 unter www.bundesarchiv.de/gedenkbuch online erreichbar.

Uwe Neumärker
Geschäftsführer