12. Juni 2019

Erinnerung an den Völkermord an den Roma im Zweiten Weltkrieg

Im Juni 2019 finden die ersten Einweihungszeremonien von insgesamt 17 Gedenkorten in 13 ukrainischen Ortschaften im Rahmen des Projektes »Erinnerung bewahren« statt.

Die Ermordung der Roma gilt als ein vergessenes Kapitel des Zweiten Weltkrieges. Denn neben Juden, Kriegsgefangenen und Patienten zählten auch Roma zu den Opfern der deutschen Besatzungsherrschaft in der Ukraine zwischen 1941 und 1944. Wie in den meisten europäischen Ländern geht das Gedenken an Roma als Opfer des Nationalsozialismus auch in der Ukraine über lokale Initiativen nicht hinaus. Das Projekt, gefördert vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, setzt sich seit 2010 dafür ein, die vergessenen Opfer des Völkermordes an Juden und Roma in der Ukraine in Erinnerung zu bringen und ihre Gräber zu schützen.

Den Auftakt bildet eine Pressekonferenz am 18. Juni im Kiewer Theater »Romans«. Anschließend werden drei Gedenkorte für ermordete Roma – Ivanopil, Kalynivka und Divoshyn – der Öffentlichkeit übergeben. Die Einweihungen finden unter Beteiligung von Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sowie von lokalen und regionalen Gemeinden, Vertretern der Roma-Organisationen, darunter das Kiewer Roma-Theater »Romans«, und internationalen Gästen statt.

Am 20. Juni werden in Kolodianka und Ljubar, Orte der Massenerschießungen von Juden, Informationsstelen in Anwesenheit von Familien Überlebender des Holocaust der Öffentlichkeit übergeben. Zwischen dem 16. und dem 20. September werden in weiteren neun Orten elf Gedenkstätten für ermordete Juden eingeweiht.

Die aktuellen Fotos und weitere Informationen zu den Veranstaltungen und den Gedenkorten sind auf der Homepage des Projektes bereitgestellt: www.erinnerungbewahren.de
Die Fotos der Einweihungszeremonien werden ab dem 24. Juni 2019 im Downloadbereich zur Verfügung stehen.

Für weitere Hintergrundinformationen kontaktieren Sie bitte Bozhena Kozakevych:
info [at] erinnerung-bewahren.de

Überblick über die geplanten Einweihungen im Juni und September

18. Juni
8.30 Uhr: Pressekonferenz im Theater »Romans« in Kiew
14.30 – 16.00 Uhr: Einweihung der Infostele in Ivanopil

19. Juni   
10.30 Uhr: Einweihung des Gedenkortes in Kalynivka
15.00 – 17.00 Uhr: Einweihung des Gedenkortes in Divoshyn

20. Juni
10.00 – 12.00 Uhr: Einweihung der Infostele in Kolodjanka
15.00 – 17.00 Uhr: Einweihung von zwei Infostelen in Ljubar

16. September
Eröffnung der Freiluftausstellung in Berdychiw
Einweihung der Gedenkstätte in Chashyn

17. September
Einweihung der Gedenkstätte in Barachi
Einweihung der Gedenkstätte in Samhorodok

18. September
Einweihung der Gedenkstätte in Tschukiw
Einweihung der Gedenkstätte in Lypovetz

19. September
Einweihung der Gedenkstätte in Plyskiw
Einweihung der Gedenkstätte in Wachniwka

Bild: Aufstellung der Informationstafel in Ivanopil im Mai 2019 © Stiftung Denkmal

Bild: Der architektonische Entwurf von Taras Savka aus Lemberg mit der Informationsstele und dem Gedenkstein in Kalynivka. © Stiftung Denkmal

Bild: Architektonischer Entwurf von Taras Savka aus Lemberg mit der Informationstele, dem Gedenkstein und 80 Bäumen, die in Form eines Rades in Divoshyn gepflanzt wurden. © Stiftung Denkmal

Bild: Der Gedenkort in Plyskiw (Wald). Hier, am Orte des ehemaligen Tierfriedhofs, wurden allein bei der größten »Aktion« an einem Tag im Oktober 1941 über 500 Juden erschossen. © Stiftung Denkmal

Bild: Insgesamt 15 Informationsstelen mit mehrsprachigen Informationstafeln werden an den Projektorten aufgestellt. Sie vermitteln lokale Geschichte der jüdischen Gemeinden und ihrer Vernichtung im Holocaust. © Stiftung Denkmal