17. September 2012

Ausstellung »Was damals Recht war ...« wird in der Gedenkstätte Esterwegen gezeigt

22. Sept. 2012, 16 Uhr Eröffnung

Die Gedenkstätte Esterwegen und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas präsentieren gemeinsam vom 22. September bis 16. Dezember 2012 die Wanderausstellung »›Was damals Recht war…‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht«.

Eröffnung:
Die feierliche Eröffnung findet am Nachmittag des 22. Septembers 2012 um 16.00 Uhr in der Gedenkstätte Esterwegen statt. Anschließend führt der Kurator, Dr. Magnus Koch, durch die Ausstellung.

Hintergrund zur Ausstellung:
Die Ausstellung »Was damals Recht war …« zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten, der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen und als Deserteure, so genannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge, ihr Leben verloren. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen nach 1945 den überlebenden Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Dabei hat der Deutsche Bundestag erst im September 2009 die letzten groben Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges aufgehoben. Zu den zehntausenden Opfern dieser Justiz zählen auch Widerstandskämpfer aus nahezu ganz Europa, die in ihren von der Wehrmacht besetzten Heimatländern oder in Deutschland inhaftiert, vor Gericht gestellt und in großer Zahl exekutiert worden sind.

Fallgeschichten aus den Emslandlagern:
Das Strafgefangenenlager Esterwegen war eines von mehreren Lagern im Emsland, in denen Wehrmachtssoldaten während des Krieges inhaftiert wurden. Die Häftlinge dieses Lagers nannten sich »Moorsoldaten«, in Anspielung auf die schwere Arbeit, die sie bei der Kultivierung des Emsländischen Moores leisten mussten. Dieses Schicksal teilte auch der Deserteur Kurt Hoppe. Der hochdekorierte Soldat Kurt Hoppe blieb im Anschluss an einen Heimaturlaub im August 1940 bei seiner Freundin, die ein Kind von ihm erwartete. Wehrmachtgerichte verurteilten ihn 1943 nach mehreren Festnahmen und Fluchtversuchen zum Tode. Nach sechs Monaten der Ungewissheit wurde er zu 15 Jahren Zuchthaus begnadigt. Kurt Hoppe wurde aus der Wehrmacht ausgestoßen und in das Straflager Esterwegen/Emsland verbracht. Seine Leidensgeschichte wird gemeinsam mit zahlreichen anderen Biografien in der Ausstellung vorgestellt.

Begleitend zur Ausstellung:
Für die Dauer der Ausstellung hat die Gedenkstätte Esterwegen ein umfangreiches Rahmenprogramm erarbeitet, welches sich dem Thema in Form von Vorträgen, Führungen und Zeitzeugengesprächen nähert.

Konzept:
Konzipiert wurde die Ausstellung von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, unterstützt von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt – Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.

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Mehr Informationen zur Ausstellung unter:
http://www.stiftung-denkmal.de/de/ausstellungen/was-damals-recht-war.html

Ausstellungseröffnung:
22.  September 2012, 16.00 Uhr, Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen

Ausstellungsort:
Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen

Ausstellungsdauer:
22. September bis 16. Dezember 2012

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10.00-18.00 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10.00-17.00 Uhr

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung:  So, 21. Oktober, 15 Uhr / So, 28. Oktober, 13.30 Uhr / So, 18. November, 13.30 Uhr
Teilnahmebeitrag für Führungen: Erwachsene 4,00; Schüler/Jugendliche 2,00

Buchung von Gruppenführungen ab 10 Personen: Tel. 05955 988950;
E-Mail:
Teilnahmebeitrag für Gruppenführungen: Erwachsene 4,00; Schüler/Jugendliche 2,00



Kontakt
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Tel.: +49 (0)30 – 26 39 43 26
E-Mail:
Internet: www.stiftung-denkmal.de