Vortrag und Gespräch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstraße 13-14, Eingang über den Ehrenhof, 10785 Berlin-Mitte
Datum: 20. Mai 2026
Uhrzeit: 18 Uhr
Am 19. Mai 2026 jährt sich der Todestag von Jeanette Wolff zum 50. Mal. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas nehmen dies zum Anlass, ihren Kampf gegen politischen Extremismus und ihr Wirken für eine gelebte Demokratie zu würdigen.
In ihrem Vortrag widmet sich die Politikwissenschaftlerin Julia Pietsch Jeanette Wolffs demokratischem Engagement und Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933. Im anschließenden Gespräch beleuchten Julia Pietsch, Dr. Hilmar Sack und Uwe Neumärker zudem die Verfolgung Wolffs durch die Nationalsozialisten sowie ihr politisches Wirken in der Bundesrepublik.
Programm
Begrüßung
Dr. Julia Spohr, Direktorin der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Vortrag
»Wenn man sich gegen den Misthaufen wehren will, muß man die Mistgabel richtig ansetzen«
Jeanette Wolff: Eine engagierte Demokratin und Kämpferin gegen den Nationalsozialismus vor 1933
Julia Pietsch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Gespräch
»Zivilcourage ist wichtiger als Heldentum«
Voraussetzungen und Grundlagen des demokratischen Engagements von Jeanette Wolff vor, während und nach dem Nationalsozialismus
Dr. Hilmar Sack, Leiter des Fachbereichs Geschichte, Politik und Kultur in den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestags
Julia Pietsch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Moderation: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Jeanette Wolff
Die Politikerin, Frauenrechtlerin und bekennende Jüdin Jeanette Wolff war eine überzeugte und leidenschaftliche Demokratin. In der Zeit des Nationalsozialismus politisch und antisemitisch verfolgt, überlebte Jeanette Wolff den Holocaust – anders als nahezu ihre gesamte Familie. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Erfahrung umfassender Entrechtung und tödlicher Gewalt setzte sie sich ab 1946 konstruktiv und selbstbewusst für ein menschliches, gerechtes und soziales Miteinander ein – als Berliner Stadtverordnete und Bundestagsabgeordnete, Gewerkschafterin und Funktionärin mehrerer Organisationen, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Für ihr Wirken ist Jeanette Wolff vielfach geehrt worden. Dennoch ist sie vielen heute unbekannt.
Jeanette Wolffs Engagement hatte sein Fundament bereits in jungen Jahren. Früh trat sie der SPD bei und engagierte sich in der Weimarer Republik politisch. Als Rednerin warnte sie zudem schon weit vor 1933 vor der menschenverachtenden und reaktionären Ideologie des Nationalsozialismus und scheute dabei auch nicht die öffentliche Konfrontation mit dessen Funktionären.
Anmeldung
Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen und bitten um Anmeldung bis zum 19. Mai 2026 per E-Mail: veranstaltung@gdw-berlin.de.
Sonderausstellung
Die Sonderausstellung »›… dieser Feind steht rechts!‹ Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933« der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, in der auch Jeanette Wolff porträtiert wird, kann an diesem Abend bis 21 Uhr besucht werden.
Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass es wegen des Berliner Firmenlaufes am Abend des 20. Mai 2026 zu Einschränkungen im ÖPNV kommen kann und bitten Sie, für die Anfahrt ausreichend Zeit einzuplanen.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Foto: Jeanette Wolff © Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung










