4. bundesweiter Theaterwettbewerb zu Biografien von Opfern der NS-»Euthanasie«-Verbrechen
Jury-Entscheidung 2026
andersartig gedenken on stage ist ein bundesweiter Theaterwettbewerb zu Biografien von Opfern der NS-»Euthanasie«-Verbrechen.
Ziel der Auslobung des Wettbewerbs ist es, den Opfern zu gedenken und ihre Namen und ihre Lebensgeschichten dem Vergessen zu entreißen. An dem aktuellen 4. Jahrgang des Wettbewerbs erreichten den Träger des Wettbewerbs, den Förderkreis Gedenkort T4 e.V., insgesamt 16 Einreichungen aus 10 Bundesländern.
Die sechsköpfige Jury, unter der Leitung von Dr. Gisela Höhne, ermittelte in einer 2-tägigen Jurysitzung die Preisträger/-innen in zwei Wettbewerbskategorien. Dabei legte die Jury ein besonderes Augenmerk auf die Idee und Gestaltung, auf den künstlerischen Anspruch, auf die Darstellung der historischen Fakten, insbesondere der Opferbiografien und auf den Inklusionsansatz. Denn über die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderung sollten die Wettbewerbsbeiträge auch zur Reflektion über das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in der heutigen Zeit anregen.
In der Kategorie Schul- und Jugendtheater geht der 1. Preis an den Kurs Darstellendes Spiel der Jahrgangstufe 10 des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums in Gießen für das inklusive Theaterstück Stolperstühle. Mit dem 2. Preis wird das stellwerk junges theater Weimar für die Produktion Ausradiert – Eine theatrale Recherche auf den Spuren Betroffener der NS-Eugenikverbrechen in Thüringen, ausgezeichnet. Der 3. Preis geht an die Performance STIMMEN der Theaterwerkstatt Blickwechsel am Gymnasium Haar.



In der Kategorie inklusive Erwachsenen-Theater wird das Theater und Orchester Heidelberg für das Theaterstück Ein Platz im Gedächtnis mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Der 2. Preis geht an das Puppenspiel Recht auf Glück des Heilpädagogischen Zentrums Krefeld. Den 3. Preis erhält das Theater Lüneburg in Kooperation mit der Lebenshilfe Lüneburg-Haburg für das Theaterstück Arsch macht mobil. Der Preis für Schauspiel geht an Stefan Brüne für seine Performance im Theaterstück »Gegen das Vergessen – Zerborstene Leben«.




Die feierliche Preisverleihung findet am 23. Juni 2026 um 18.00 Uhr im Theater Pfefferberg in Berlin statt. Das Grußwort spricht der Beauftragte der Bundesregierung für Belange von Menschen mit Behinderung, Jürgen Dusel, als Schirmherr des Wettbewerbs. Im Anschluss an die Preisverleihung um 20.00 Uhr wird das Theaterstück »Stolperstühle« aufgeführt. »Ein Platz im Gedächtnis« wird eingeladen, im Rahmen der Gedenkveranstaltung am 4. September 2026 in Berlin zu spielen.
Die Preistragenden in den beiden Kategorien erhalten Geldpreise in Höhe von 1.500€ für den 1.Preis, 1.000€ für den 2.Preis und 500€ für den 3. Preis und werden ihre Preise während der Preisverleihung in Berlin entgegennehmen.
Wir gratulieren allen Preistragenden und bedanken uns herzlich bei allen Einreichenden. Alle 16 Wettbewerbsbeiträge sind auf der Webseite andersartig-gedenken.de vorgestellt. Mit ihrer wertvollen Erinnerungsarbeit machen sie den Wettbewerb zu einer Plattform des mutigen Gedenkens gegen das Vergessen und für ein besseres Miteinander im Heute.
Stana Schenck, Projektleitung »andersartig gedenken on stage«
Irit Kulzk, 1. Vorsitzende Förderkreis Gedenkort T4 e.V.
Kontakt: stana.schenck@gedenkort-t4.eu
Träger des Wettbewerbs »andersartig gedenken on stage«: Förderkreis Gedenkort-T4 e.V., Mierendorffstr.25, 10587 Berlin, in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gefördert durch die Aktion Mensch und unterstützt durch 30 Organisationen der Behindertenhilfe









