Am 4. Mai luden die Senatskanzlei Berlin, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zur Buchpräsentation des Zeitzeugenberichts »Mein Leben in Nazi-Deutschland« des Holocaustüberlebenden Gerd W. Ehrlich in den Festsaal des Roten Rathauses Berlin ein.
Nach der Begrüßung durch Florian Hauer, Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten und Internationales, Bevollmächtigter des Landes Berlin, der die Bedeutung von Zeitzeugen und Zeitzeugenberichten hervorhob, las der Schauspieler Rick Okon bewegend vor mehr als 200 Gästen im Festsaal des Roten Rathauses aus Gerd Ehrlichs Zeitzeugenbericht.
Anschließend berichte der Mitherausgeber des Buches, und Freund des Zeitzeugen, Dr. Robert Jütte, von Gerd Ehrlichs lebenslanger Liebe zu Berlin.
Im zweiten Teil des Abends sprach Shelly Kupferberg, Autorin und Moderatorin, mit Hermann Simon, Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, und Johannes Tuchel, ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, über die Erfahrungen, die Gerd Ehrlich während seines Untertauchens in Berlin gemacht hatte, über Widerstand gegen den Nationalsozialismus (Johannes Tuchel: »Sich den Nazis zu entziehen, war eine Form jüdischen Widerstands.«) und über die Helfer und »Stillen Helden«, Dank derer untergetauchte Juden überleben konnten.
Hermann Simon berichtete von seiner Mutter, die ebenfalls untergetaucht war. Er berichtete, wie er sie im Alter zu ihrer Zeit im Untergrund befragt hatte: »Und so hab ich eines Tages, ich glaube es war Weihnachten … ein Tonbandgerät auf ihren Tisch gelegt und gesagt ›du wolltest doch schon immer mal deine Geschichte erzählen …‹« Johannes Tuchel hob anschließend die Bedeutung von Zeitzeugenberichten hervor »… um uns, die das nicht miterlebt haben, ein bisschen Nachvollziehen ermöglichen …«
Zum Schluss der Veranstaltung sprach Susan Ehrlich, Tochter des Zeitzeugen und Autoren, von ihrem Vater, und wie die Kinder viele Jahre nichts über ihr Jüdischsein, über die Erfahrungen Gerd Ehrlichs während des Nationalsozialismus gewusst und wie sie den Vater auf seiner ersten Berlinreise nach dem Krieg so glücklich wie noch nie zuvor erlebt hatten. »He had come home!« Mit großem Dank an alle Beteiligten schloss Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, den Abend ab.



















