Am 30. April 2026 luden die Landesvertretung Rheinland-Pfalz und die Stiftung Denkmal zu einem Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Ingeburg Geißler. Die Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa und Medien, Staatssekretärin Heike Raab, begrüßte die zahlreich erschienen Gäste. Anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und unter dem Titel »Ich möchte, dass man jeden Menschen als Menschen achtet!« sprach Ingeburg Geißler mit Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, über ihre Lebensgeschichte, über ihre Verfolgung und Deportation sowie die Bedeutung von Erinnerung und Verantwortung heute.
Ingeburg Geißler (*1932) wurde als einziges Kind eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter in
Erfurt geboren. Im Juni 1933 wanderte die Familie nach Palästina aus, kehrte jedoch wenige Monate
später nach Deutschland zurück. Um Mutter und Kind vor Zwangsmaßnahmen der nationalsozialistischen
Machthaber zu schützen, ließen sich die Eltern scheiden. 1938 emigrierte der Vater nach Shanghai.
Ingeburg Geißler lebte fortan bei ihrer Tante in Marbach, einem Ortsteil von Erfurt. Noch im Januar 1945
wurde sie – ohne weitere Angehörige – nach Theresienstadt deportiert und im Mai 1945, vor 80 Jahren,
befreit. Nach der Rückkehr nach Erfurt holte sie trotz der verpassten Schuljahre mit Unterstützung ihrer
Mutter das Abitur nach, studierte anschließend und zog später nach Berlin. Ihren Vater, der inzwischen in
den USA lebte, sah sie erst 1959 wieder.







