Veranstaltungsberichte

14. November 2014

»Die edlen Gefühle konnte man sich nicht leisten.« – Pavel Taussig im Gespräch mit Jan Faktor

Am 13. November 2014 luden die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die Botschaft der Slowakischen Republik zu einem Zeitzeugengespräch mit Pavel Taussig in die diplomatische Vertretung der Slowakei ein.

Nach der Begrüßung durch S. E. Igor Slobodník, Botschafter der Slowakischen Republik, und einem Grußwort von Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, berichtete Pavel Taussig im Gespräch mit dem Schriftsteller Jan Faktor aus seinem Leben.

Pavel Taussig wurde am 24. November 1933 in Pressburg (Bratislava) als einziger Sohn jüdischer Eltern geboren. Mit der Bildung des vom Deutschen Reich abhängigen Slowakischen Staates im März 1939 setzte eine Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein. Im November 1944 – vor 70 Jahren – wurde die Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Pavel wurde von seinen Eltern getrennt, die er erst nach der Befreiung wiedersah.

Der sowjetische Einmarsch als Reaktion auf den »Prager Frühling« zwang ihn und seine Ehefrau 1968 zur Auswanderung. In Frankfurt am Main arbeitete er als Redakteur der satirischen Zeitschriften Pardon und Titanic. Hier entstanden zahlreiche humoristische Collagen, die er zunächst in der tschechoslowakischen Emigrantenpresse und nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in tschechischen und slowakischen Zeitschriften herausgab. In der Slowakischen Botschaft ist noch bis zum 13. Dezember 2014 eine kleine Auswahl der Collagen zu sehen.

Bild: S. E. Igor Slobodník, Botschafter der Slowakischen Republik, Foto: Stiftung Denkmal

Bild: S. E. Igor Slobodník, Botschafter der Slowakischen Republik, Foto: Stiftung Denkmal

Bild: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, Foto: Stiftung Denkmal

Bild: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, Foto: Stiftung Denkmal

Bild: Pavel Taussig (li) und Jan Faktor (re) im Gespräch, Foto: Stiftung Denkmal

Bild: Pavel Taussig (li) und Jan Faktor (re) im Gespräch, Foto: Stiftung Denkmal