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28. Oktober 2019

Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus« in Herord

28. Oktober bis 29. November 2019, Kreishaus Herford, Amtshausstr. 3, 32051 Herford

Kranke und behinderte Menschen gehören zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche »Volksgemeinschaft«. Bis zu 400 000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200 000 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Dies geschah inmitten der deutschen Gesellschaft, verantwortet von Psychiatern, Neurologen, Kinder- und anderen Fachärzten, von Verwaltungsfachleuten und Pflegekräften. Die Ausstellung nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie. Sie erzählt die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde in Verbindung mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors erarbeitet.

Eröffnung
am 29. Oktober 2019, 18 Uhr

Foyer des Kreishauses Herford
Amtshausstr. 3, 32051 Herford

Begrüßung:
Jürgen Müller (Landrat des Kreises Herford)
Dr. Wolf Müller (Kuratorium Erinnern Forschen Gedenkene.V.)
Edwin Stille (Gemeinde psychiatrischer Verbund Kreis Herforde.V.)
Prof. Dr. Michael Kellner (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie & Psychosomatik des Klinikums Herford, für die Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde(DGPPN) „Psychiatrie im Nationalsozialismus – eine kurze Einführung in die Ausstellung“

Begleitprogramm zur Ausstellung


7. November 2019, 19 Uhr
Historischer Sitzungssaal, Altes Kreishaus,Amtshausstr. 2, 32051 Herford, 1.OG
Vortrag Carola S. Rudnik (Leiterin der Gedenkstätte Lüneburg): "Der Löwenzahn bricht meist dann durch den Beton, wenn die Sonne darauf scheint." - Angehörige in der Gedenkstättenarbeit zum Thema "Euthanasie" und Zwangssterilisation

8. November2019, 10–16 Uhr
Historischer Sitzungssaal, Altes Kreishaus,Amtshausstr. 2, 32051 Herford, 1.OG
Workshop: DDr. Carola S. Rudnik (Leiterin der Gedenkstätte Lüneburg): "Die Würde des Menschen ist(an-)tastbar" - Inklusives Geschichtslernen an außerschulischen Lernorten. Die Gruppengröße beträgt mindestens 10 und maximal 25 Personen. Für die Teilnahme wird ein Beitrag von 10,00€ pro Teilnehmenden erhoben.

13. November2019, 19Uhr
Gedenkstätte Zellentrakt (im Herforder Rathaus) Rathausplatz 1, 32052 Herford (Hintereingang)
Gespräch: Alexandra Sonntag und Dr. Wolf Müller: Informierte Mündigkeit in der Psychiatrie

Weitere Informationen/Kontakt und Anmeldung für Schulkassen und Gruppen:
Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.
Gedenkstätte Zellentrakt Rathausplatz 1, 32052 Herford
Tel.: 05221189257
info [at] zellentrakt.de
www.zellentrakt.de

Die Ausstellung wird gezeigt in Kooperation von Kuratorium Erinnern Forschen Gedenkene.V. und GPV (Gemeinde psychiatrischer Verbund) Kreis Herford e.V

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erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

Kreishaus Herford, Amtshausstr. 3, 32051 Herford
28. Oktober bis 29. November 2019
MO-DO: 7.30 - 17.30 Uhr
FR: 7.30-13.00 Uhr


Bild: Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus« in Ulm; Fotos: Benjamin Traub, 1914–1941, Privatbesitz, David Föll, 1858–1940, Landesarchiv Baden-Württemberg, Irmgard Heiss, 1897–1944, Familienarchiv Stellbrink

Bild: Flyer zur Ausstellung in Herford