»… endlich Frieden«?! – 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – Eine Onlineausstellung

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai und der Kaiserlich Japanischen Armee am 2. September 1945 ist der Zweite Weltkrieg, der mit dem deutschen Angriff auf Polen 1939 begonnen hatte, beendet. Bis zu 65 Millionen Menschen – Soldaten und Zivilisten – sind gewaltsam zu Tode gekommen. Mit bis zu 27 Millionen Opfern haben die Völker der Sowjetunion den höchsten Blutzoll gezahlt. Sechs Millionen europäische Juden sind im Rahmen des nationalsozialistischen Völkermordes ermordet worden, über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, bis zu 500.000 Sinti und Roma sowie etwa 300.000 behinderte und pflegebedürftige Menschen. Mit der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 werden die Grenzen im Osten des Kontinents neu gezogen. Millionen Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Deutschland verliert große Gebiete im Osten, die an Polen und die Sowjetunion fallen, die verbleibenden Teile werden in Besatzungszonen aufgeteilt, aus denen zwei Staaten entstehen. Der Kalte Krieg und der Eiserne Vorhang zwischen dem Westen und der sowjetischen Einflusssphäre im Osten spalten den Kontinent. Erst die Umbrüche in Mittelosteuropa 1989/90 ermöglichen ein Zusammenwachsen Europas.


Anlässlich des 70. Jahrestages, der spätestens seit der Rede Richard von Weizsäckers als »Tag der Befreiung« in die Geschichte einging, veröffentlicht die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas – in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischen Museum – eine Webseite in deutscher und russischer Sprache zum Kriegsende.


Auf dieser geht es jedoch nicht nur um Befreiung und die sogenannte Stunde Null – vielmehr werden die letzten Tage des Krieges sowie die unmittelbare Nachkriegszeit und die Folgen des deutschen Angriffskrieges in kurzen, präzisen Texten beschrieben und mit zahlreichen historischen, bisher teilweise unbekannten Fotos veranschaulicht. Auf der Webseite sind darüber hinaus Reflexionen Überlebender über das Ende des Krieges, das eben nicht ausschließlich Befreiung bedeutete, zusammengetragen. So bemerkte die Holocaust-Überlebende Sabina van der Linden-Wolanski: »Überleben bedeutet nicht nur physisches Überleben. Ich erinnere mich, als der Krieg vorüber war, konnte man nicht von einem Extrem ins andere gehen: Das Gefühl der puren Hoffnungslosigkeit, das Leiden und die Diskriminierungen können nicht einfach ausgelöscht werden, nur weil der Krieg plötzlich zu Ende war.«

Die Ausstellung findet sich hier.