Am 2. Juni 2026 lud das Deutsche Bernsteinmuseum, in die Aula der Bauermeisterschule Ribnitz zur Lesung aus Eva Naglers Zeitzeugenbericht »Massenmord am Ostseestrand«.
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, war aus Berlin angereist und hielt eine historische Einführung zum Thema. Schauspielerin Annett Renneberg las aus Eva Naglers Lebenserinnerungen. Zwischen einzelnen Passagen ordnete Uwe Neumärker die Lesestellen historisch ein.
Zum Hintergrund:
Eva Nagler (1926–2006) stammt aus einer jüdischen Familie im polnischen Lodz. Nach dem deutschen Einmarsch muss sie Anfang 1940 in das Ghetto Litzmannstadt umziehen. Im August 1944 verschleppt die SS sie nach Auschwitz-Birkenau, in das KZ Stutthof und in ein Arbeitslager im ostpreußischen Schippenbeil. Sie ist eine der 30 Überlebenden des Todesmarsches von Königsberg nach Palmnicken und der Erschießung am Ostseestrand Ende Januar 1945 mit über 4.500 Ermordeten. Nach ihrer Befreiung wandert sie 1946 über Italien nach Palästina aus und zieht 1952 weiter nach Australien.
Ihr Bericht »Massacre on the Baltic« erschien 1995 in Australien in englischer Sprache und 2025 erstmals auf Deutsch als 25. Band der Zeitzeugenreihe der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.








