Vom 23. bis 26. März 2026 fand in Lublin die erste Konferenz im Rahmen des Deutsch-Polnischen Gedenkstättenforums statt. Die Gründung des Forums geht auf einen Beschluss der Kulturministerinnen beider Länder im Juli 2024 zurück. Das Projekt ist Teil eines bilateralen Aktionsplans und befindet sich derzeit in einer Pilotphase, in der organisatorische Grundlagen sowie Perspektiven für eine langfristige Finanzierung entwickelt werden.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und dem Staatlichen Museum Majdanek organisiert und vom polnischen Ministerium für Kultur und nationales Erbe finanziert. An der Konferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter von rund 30 Institutionen teil, die sich der Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkriegs widmen.
Ziel des Forums ist es, die Zusammenarbeit zwischen polnischen und deutschen Gedenkstätten langfristig zu intensivieren und eine dauerhafte Plattform für Austausch, Kooperation und gemeinsame Projekte zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Erinnerungskultur, der musealen Darstellung sowie der Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus.
Die Konferenz wurde mit Grußworten eröffnet. Tomasz Kranz, Direktor des Staatliches Museum Majdanek, Marek Krawczyk, stellvertretender polnischer Kulturminister, sowie Miguel Berger, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, betonten die Notwendigkeit einer nachhaltigen Stärkung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Gedenkstätten.
Einen zentralen inhaltlichen Akzent setzte im weiteren Verlauf Uwe Neumärker mit seinem Vortrag zur Gedenkstättenkonzeption des Bundes, in dem er die strukturellen Grundlagen der deutschen Erinnerungspolitik erläuterte. Ergänzt wurden diese Perspektiven durch Beiträge von Marcin Napiórkowski, der die polnische Strategie im Bereich der Gedenkpolitik vorstellte, sowie von Tomasz Kranz, der Einblicke in die Arbeit der Gedenkstätte Majdanek gab.
In den anschließenden Diskussionen erörterten die Teilnehmenden die zukünftige Ausgestaltung des Forums. Im Fokus standen Fragen nach geeigneten Arbeitsstrukturen, gegenseitigen Erwartungen sowie konkreten Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Ziel ist der Aufbau eines bilateralen Netzwerks von Expertinnen und Experten, das gemeinsame Projekte in den Bereichen Forschung, Bildung und Ausstellungsarbeit initiiert und umsetzt.
Ein wesentlicher Bestandteil des Forums war der gemeinsame Besuch historischer Orte der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Die Teilnehmenden besichtigten die Gedenkstätten Majdanek und Sobibór. In Führungen und Gesprächen vor Ort wurden Fragen der Vermittlung, der musealen Gestaltung und des Gedenkens diskutiert. Die Besuche boten zugleich Raum für gemeinsames Innehalten und das Gedenken an die Opfer. Darüber hinaus führte das Programm auch zur ehemaligen Synagoge in Włodawa.
Eine Fortsetzung der Beratungen findet vom 23. bis 26. November 2026 in Dresden statt, finanziert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
















