Im Rahmen des 2026 stattfindenden Gestaltungswettbewerbs für das Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung in Polen 1939–1945 soll im Dezember ein Siegerentwurf ausgewählt werden. Teil der Wettbewerbsaufgabe ist auch die architektonisch-räumliche Gestaltung der begleitenden Ausstellung. Die inhaltliche Konzeption der Ausstellung übernimmt die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Zur Beratung und Diskussion des Ausstellungskonzepts wurde ein deutsch-polnischer Beirat aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingerichtet.
Am 28. August 2026 fand die erste Beiratssitzung im Zentrum für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften statt.
Nach der Begrüßung durch Igor Kąkolewski, den Direktor des Zentrums für historische Forschung Berlin, und Uwe Neumärker, den Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, informierten Bozhena Kozakevych und Robert Parzer von der Stabsstelle »Deutsch-Polnisches Haus« über den aktuellen Stand des Projektes und des Gestaltungswettbewerbs für das Denkmal. Im Anschluss stellten sie erste Ideen für das Ausstellungskonzept vor.
Das vorgeschlagene Konzept umfasst zehn Themenblöcke zu verschiedenen Aspekten der polnischen Geschichte während des Zweiten Weltkrieges sowie der Vor- und Nachkriegsgeschichte. Ergänzend präsentierten die Mitarbeiter der Stabstelle Ideen für weiterführende biografische Beiträge. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden über die Struktur und die thematischen Schwerpunkte der Ausstellung. Aufgrund des begrenzten Platzes auf den Tafeln verständigten sie sich darauf, die Themen einzugrenzen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach den Zielgruppen. Da sich die Tafeln insbesondere an Besucherinnen und Besucher ohne historische Vorkenntnisse richten, wiesen die Beiratsmitglieder auf die Bedeutung einer angemessenen historischen Kontextualisierung hin. Trotz des begrenzten Platzes für die Inhalte sollte dabei die Komplexität der historischen Zusammenhänge nicht verloren gehen. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass eine emotionale Überwältigung der Besucherinnen und Besucher vermieden werden sollte, da das Denkmal öffentlich zugänglich ist und auch von Kindern und Jugendlichen besucht werden kann.
Als mögliche Ergänzung der begrenzten Textfläche wurden digitale Angebote sowie visuelle Elemente, insbesondere Fotografien, diskutiert. Darüber hinaus wurde die Auswahl der Biografien angesprochen. Diese sollte möglichst unterschiedliche Opfergruppen der deutschen Besatzung berücksichtigen und neben Einzelbiografien auch Sammelbiografien sowie relevante Orte einbeziehen.
Die zahlreichen Impulse und Anregungen der Beiratsmitglieder und Gäste werden in die weitere Überarbeitung des Ausstellungskonzeptes einbezogen. Die nächste Beiratssitzung findet am 15. Dezember 2026 statt.








