Am 16. Mai begehen wir den International Roma Resistance Day. Der Tag bezieht sich auf den mutigen Widerstand von Roma und Sinti 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, als sie sich gegen die SS wehrten. Neben diesem symbolisch bedeutsamen Ereignis wehrten sich Roma und Sinti unter den Bedingungen des Völkermords in ganz Europa auf unterschiedlichste Weise gegen die Nationalsozialisten. Sie übten Solidarität untereinander, flohen aus Lagern und Ghettos, verfassten Protestbriefe, stahlen Lebensmittel, um andere vor dem Hungertod zu bewahren. In Polen rettete Alfreda Noncia Markowska Dutzende Kinder vor den deutschen Besatzern. Andere schlossen sich Partisanen an oder kämpften im Untergrund. Roma waren als Angehörige der Roten Armee am Sieg gegen das Deutsche Reich beteiligt.
Nach Kriegsende blieb eine Anerkennung der rassistischen Verfolgung und des Völkermords an den Sinti und Roma aus. Deutsche Behörden betrieben eine Täter-Opfer-Umkehr. Täter setzen ihre Laufbahnen und die Schikanen ungehindert fort: als Polizisten oder Gutachter in Entschädigungsverfahren. Für die Überlebenden war das ein zehrender Kampf. Trotzdem organisierten sie sich zum Widerstand.
Heute wird der 16. Mai international als Tag des Gedenkens und des Kampfes gegen Antiziganismus begangen. Denn nicht nur die lebensbedrohlichen Umstände des Zweiten Weltkriegs erforderten Widerstand und Mut. In den Nachkriegsjahren bis weit in die jüngste Geschichte und Gegenwart leisteten Roma und Sinti Widerstand, um öffentlich auf den fortbestehenden Rassismus und Bürgerrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Die Errichtung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas 2012 wäre ohne den jahrzehntelangen Einsatz und zahlreiche Demonstrationen von Bürgerrechtsaktivisten nicht möglich gewesen.







