Walter Frankenstein überlebte mit seiner Frau Leonie und den gemeinsamen Kindern die Zeit des Nationalsozialismus im Versteck – untergetaucht in Leipzig, Berlin und Brandenburg. 26 Monate lang, ab Februar 1943, waren sie auf der Flucht, nicht immer zusammen. Im April 1945 fanden sie Zuflucht in einem U-Bahn-Bunker am Kottbusser Tor.
Hunger, Angst und das Geräusch von Maschinengewehren bestimmten ihren Alltag. Als SS-Männer drohten, den Bunker zu fluten, waren es die Frauen vor Ort, die die SS-Männer davon abhielten.
Nach fünf Tagen, am 28. April 1945, dann die Befreiung: Ein sowjetischer Soldat betrat den Bunker. Für Walter ein Moment unbeschreiblicher Erleichterung – er fiel ihm um den Hals.
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Walter Frankenstein emigrierte nach dem Krieg mit seiner Familie nach Palästina, später weiter nach Schweden. Dort arbeitete er nach einem Studium als Ingenieur. Auf Walter Frankensteins Initiative sind zahlreiche Erinnerungsorte entstanden. Er starb am 21. April 2025 in Stockholm im Alter von 100 Jahren.
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Foto: Walter, Leonie und die Kinder Michael und Uri 1949 in Tel Aviv © Jüdisches Museum Berlin, Schenkung Leonie und Walter Frankenstein







