Geboren am 24. Februar 1923 in Matheningken im Kreis Insterburg in Ostpreußen, wuchs Reinhard Florian mit acht Geschwistern in einer Sinti-Familie auf. Schon als Kind erlebte er Ausgrenzung und Diskriminierung, und die nationalsozialistischen Rassengesetze zwangen ihn zur Zwangsarbeit.
1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und in mehrere Konzentrationslager deportiert, darunter Mauthausen, Gusen und Auschwitz. Den Todesmarsch in das Nebenlager Ebensee überlebte er nur knapp. Am 6. Mai 1945 wurde das Lager von amerikanischen Truppen befreit.
Nach dem Krieg ließ er sich in Bayreuth nieder. Von seiner Familie hatte nur sein Vater überlebt. Die folgenden Jahre waren geprägt von gesundheitlichen Folgen und Traumata. Ende der 1980er Jahre erhielt er mit Unterstützung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma eine Entschädigung. Danach begann er, öffentlich über sein Schicksal zu sprechen und der Verfolgung der Sinti und Roma eine Stimme zu geben.
Ein bewegender Moment seines Lebens war 2012 die persönliche Begrüßung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin. Im selben Jahr erschienen seine Lebenserinnerungen »Ich wollte nach Hause nach Ostpreußen! Das Überleben eines deutschen Sinto« in der Schriftenreihe der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Am 17. März 2014 verstarb er im Alter von 91 Jahren. Bis zuletzt bewahrte er sich trotz allem eine bemerkenswerte Herzlichkeit. Heute erinnern wir uns an seinen Mut und seine Stärke.







