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Gedenken an die »Fabrik-Aktion« und den Protest in der Rosenstraße

  • 27. Februar 2026
  • Aktuelles, Veranstaltungsbericht

Am 26. Februar 2026 luden der Initiativkreis Rosenstraße und die Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum erneut zum jährlichen Gedenken an die »Fabrik-Aktion« und den Protest in der Rosenstraße ein.

Rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich um 16 Uhr zum stillen Gedenken an der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte. Die Zeremonie begann mit dem »El Male Rachamim«, vorgetragen von Kantor Simon Zkorenblut von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Rabbiner Yitzhak Ehrenberg sprach anschließend das Kaddisch.

Im Anschluss setzte sich der Schweigemarsch zur Rosenstraße in Bewegung. Der Weg führte symbolisch vom Ort der Deportationen zum Ort des zivilen Widerstands – dorthin, wo im Februar 1943 nichtjüdische Ehefrauen und Angehörige mutig für die Freilassung ihrer jüdischen Männer protestierten. Ihr beharrlicher Einsatz bleibt bis heute ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass Widerstand selbst unter den Bedingungen der Diktatur möglich war.

Vor der Skulptur von Ingeborg Hunzinger in der Rosenstraße begann um 16.15 Uhr die Gedenkfeier. Dr. Astrid Ley, Vorsitzende der Ständigen Konferenz 2026 und Leiterin der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, begrüßte die Anwesenden. Sie gab eine historische Einführung in die Thematik und einen kurzen Abriss der Ereignisse in der Rosenstraße 1943, würdigte den Mut der Frauen als Beispiel für Zivilcourage und erinnerte daran, dass demokratische Gesellschaften auf Menschen angewiesen sind, die nicht schweigen.

Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, sprach Worte des Gedenkens. Sie betonte, dass das Erinnern an die Rosenstraße gerade heute ein Auftrag sei, Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.

Ein »Merkwort« sprach Dr. Moshe Abraham Offenberg von der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin. Er unterstrich die Kraft gemeinschaftlichen Widerstehens. Die Frauen der Rosenstraße hätten gezeigt, dass moralischer Mut Wirkung entfalten könne, selbst im Angesicht eines verbrecherischen Regimes. Es wurde deutlich, dass Erinnerung nicht nur Rückschau ist, sondern Verantwortung für die Gegenwart. Gedenken dürfe nicht ritualisiert erstarren, sondern müsse Haltung und Handeln nach sich ziehen.

Der trialogische Austausch zwischen Marion Gardei, Kübra Dalkilic und Esther Hirsch setzte ein Zeichen für interreligiöse Solidarität. Kantorin Esther Hirsch gestaltete die Feier mit hebräischem Gebetsgesang, Rabbinerin Gesa Ederberg sprach das Kaddisch. Der Chor des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn übernahm die musikalische Umrahmung.
Zum Abschluss legten die Anwesenden weiße Rosen am Denkmal nieder.

Rabbiner Yitzhak Ehrenberg © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Rabbiner Yitzhak Ehrenberg © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Kantor Simon Zkorenblut © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Kantor Simon Zkorenblut © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Schweigemarsch zur Rosenstraße: Dr. Andrea Riedle, Uwe Neumärker, Petra Pau, Maria Bering und Dr. Astrid Ley © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Kantor Simon Zkorenblut. Bildrechte: Marko Priske / Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum © Ständige Konferenz, Foto: Marko Priske
Dr. Astrid Ley © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Dr. Astrid Ley © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Dr. Moshe Abraham Offenberg © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Dr. Moshe Abraham Offenberg © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Trialogischer Austausch © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Trialogischer Austausch © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Kantorin Esther Hirsch © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Kantorin Esther Hirsch © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Rabbinerin Gesa Ederberg © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Rabbinerin Gesa Ederberg © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Chor des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske
Chor des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn © Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Foto: Marko Priske

Am Vorabend der Gedenkstunde, am 25. Februar 2026 fand im ACUDkino eine Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm »Rosenstraße – wo Frauen widerstanden, Berlin 1943« von Daniela Schmidt-Langels.

Zeitzeugen und Zeitzeuginnen berichteten eindringlich von den Protesten in der Rosenstraße, und auch die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1915–2009), die das Denkmal für die mutigen Frauen schuf, war Protagonistin des Films.

Im Anschluss diskutierten Regisseurin Daniela Schmidt-Langels, die Schriftstellerin Julia Franck und Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, über die Entstehung des Films und die beeindruckende Persönlichkeit von Ingeborg Hunzinger. Etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Podiumsdiskussion teil und der Kinosaal war vollständig besetzt.

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