Am Abend des 10. Februar fand im City Kino Wedding die Deutschlandpremiere des bereits in Frankreich prämierten Films »Le projet« statt.
Die Gäste, darunter mehr als 100 Schülerinnen und Schüler, begrüßte Julien Acquatella, von der Französischen Botschaft in Berlin.
Dann wurde der Film »Le projet« gezeigt, in dem es um Izio Rosenman, einen Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, geht, der sich an einem Erinnerungsprojekt einer neunten Klasse des Collège Flaubert in Paris beteiligt. Zum ersten Mal in seinem Leben legt er vor Schülerinnen und Schülern Zeugnis ab. Gemeinsam reisen sie nach Buchenwald, wo Izio Rosenman von seiner Erfahrung als Kind, vom Ghetto bis zum Lager berichtet, gefilmt von Jugendlichen. Durch diese Reise vermitteln Izio und der Lehrer der Klasse, Kamel Chabane, einer neuen Generation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte die Beweggründe ihres Engagements gegen jede Form von Intoleranz.
»Das Ziel des Films ist nicht nur eine Erinnerungsarbeit, sondern eine Gemeinschaft zu schaffen. Vielmehr eine »Erziehung zur Toleranz! Und damit gleichzeitig ein Kampf gegen Antisemitismus und gegen Rassismus und jede Form von Ausgrenzung und Intoleranz … Wir bauen ein gemeinsames Gedächtnis auf!«, sagt Kamel Chabane.
In dem Projekt hätte es immer eine doppelte Dimension gegeben – einerseits eine Beschäftigung mit dem Holocaust, in dem man sich intensiv mit dieser Zeit beschäftigt und Zeitzeugen in den Mittelpunkt gestellt habe. Andererseits wurden, in dem die Schülerinnen und Schüler selbst Fragen an den Zeitzeugen stellten, sie selbst zu Akteuren im Film wurden, verschiedenste Kompetenzen vermittelt und gleichzeitig eigene, private, ja fast intime Erinnerungen und Erfahrungen miteinander ausgetauscht und in einen verflochtenen Zusammenhang gestellt.
Im Anschluss an die Filmvorführung fand ein Podiumsgespräch zwischen dem Überlebenden Izio Rosenman, Margaux Chouraqui (Regisseurin des Films), Kamel Chabane (Lehrer und Mitwirkender des Films) und Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal, statt, moderiert von Julien Acquatella, das Izio Rosenmann mit den Worten abschloss: »Man muss nicht nur die Vergangenheit verstehen, sondern verstehen, was die Auswirkungen der Vergangenheit auf die aktuelle Welt sind!«
Der Film ist freizugänglich zu sehen auf dem Youtubekanal von Les Temps Qui Courent.
Die Filmpremiere war eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas – mit Les Temps Qui Courent, der französischen Botschaft in Berlin, dem City Kino Wedding, dem Institut Français Berlin, dem Centre Français de Berlin, und der Schwarzkopf Stiftung Junges Europa.










