Anlässlich des 81. Jahrestages des Todesmarsches von Königsberg nach Palmnicken am 26. / 27. Januar und der anschließenden Massenerschießung am Ostseestrand in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1945 veröffentlicht die Stiftung Denkmal erstmals eine Liste mit nunmehr 31 Namen von Überlebenden dieses Verbrechens, bei dem über 4.500 Menschen, vor allem Jüdinnen aus Polen und Ungarn, von SS und ausländischen Hilfswilligen ermordet wurden; mitten im Chaos der großen Flucht der Zivilbevölkerung vor der Roten Armee aus der östlichsten deutschen Provinz. Maria Blitz und Eva Nagler sind zwei von ihnen.
Maria Blitz (1918 – 2016) stammte aus Krakau, überlebte das dortige Ghetto sowie die Lager Płaszów, Auschwitz und Heiligenbeil. Sie entfloh dem Todesmarsch kurz vor der Ankunft in Palmnicken. 2000 schrieb sie ihre Erinnerungen über Verfolgung und Gefangenschaft zwischen 1939 und 1945 unter dem Titel My Holocaust in ihrer neuen Heimat USA nieder. Die Stiftung veröffentlichte den Text mit Kommentaren als 1. Band ihrer Zeitzeugenreihe 2010 unter dem Titel Endzeit in Ostpreußen.
Eva Nagler (1925 – 2006) stammte aus Lodz. Sie überlebte das Ghetto Litzmannstadt sowie die Lager Auschwitz-Birkenau, Stutthof und Schippenbeil. Detailliert schildert sie den Todesmarsch nach Palmnicken, die Massenerschießung, bei der sie ihre Schwester Sonia verlor, und ihr Untertauchen bis zur Befreiung in Pillau am 25. April 1945. 1995 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen Massacre on the Baltics in ihrer neuen Heimat Australien. Das Buch erschien 2025 unter dem Titel Massenmord am Ostseestrand als 25. Band der Zeitzeugenreihe der Stiftung Denkmal.
Mit Dank an Ruth Leiserowitz und Claudia Vollmer
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buchbestellung@stiftung-denkmal.de
Maria Blitz »Endzeit in Ostpreußen. Ein beschwiegenes Kapitel des Holocaust.
Herausgegeben von Uwe Neumärker
ISBN 978-3-942240-01-7
Eva Nagler »Massenmord am Ostseestrand. Bericht einer Überlebenden«
Herausgegeben von Sarah Friedrich und Uwe Neumärker
Mit einem Vorwort von Arno Surminski
ISBN 978-3-942240-44-4
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Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, presse@stiftung-denkmal.de
Bildunterschrift Foto:
Dora Bachman (1920 – ?), verheiratete Hauptman (Glowicka), aus Borysław, später: Israel (Jesau) mit ihrer Retterin Berta Pulver (links) – Palmnicken, 21. (?) Mai 1945 © Yad Vashem, Jerusalem (4002 /1)







