Am 23. September 2026 stand das Schicksal der sogenannten »Wolfskinder« im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Not ins benachbarte Litauen. Viele hatten ihre Eltern verloren und mussten sich allein durch die Nachkriegswirren schlagen. Litauische Familien nahmen zahlreiche Kinder auf und halfen ihnen zu überleben.
Lange blieb ihre Geschichte weitgehend unbeachtet. Erst seit den 1990er-Jahren rückten die Erfahrungen der »Wolfskinder« stärker ins öffentliche Bewusstsein.
Nach der Begrüßung durch Dr. Roland Borchers, Giedrius Puodžiūnas, Botschafter der Republik Litauen, und Sarah Reinke von der Gesellschaft für bedrohte Völker stellten Jasna Causevic und Dr. Christopher Spatz die neue dreisprachige Publikation »Ostpreußens Wolfskinder. Vergleichende Perspektiven im europäischen Kontext« vor.
Im anschließenden Zeitzeugengespräch berichteten Ursula Dorn und Günter Heinz Krell persönlich von ihren Erfahrungen. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Christopher Spatz. Die Berichte der beiden Zeitzeugen erinnerten eindrücklich daran, dass hinter dem Begriff »Wolfskinder« individuelle Lebensgeschichten von Verlust, Flucht, Hunger und Überleben stehen.
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, schloss die Veranstaltung mit einem Ausblick auf die Bedeutung des Erinnerns. Im Anschluss kamen die Gäste bei einem Empfang miteinander ins Gespräch.
Die Veranstaltung war eine Kooperation der Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, der Deutschen Gesellschaft e. V., des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung, der Gesellschaft für bedrohte Völker und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.













