——-SPERRFRIST: 17 Uhr ———— Es gilt das gesprochene Wort. —————
Heute, am 1. September 2026, vor 87 Jahren überfiel Deutschland Polen und löste damit den Zweiten Weltkrieg aus. Für Polen bedeutete dieser Krieg fünfeinhalb Jahre brutaler Besatzungsherrschaft mit mehr als fünf Millionen zivilen Toten, darunter rund drei Millionen ermordete jüdische Kinder, Frauen und Männer. Die Dimension der Verbrechen, die in unserem Nachbarland von Deutschen und in deutschem Namen verübt wurden, sind im polnischen Gedächtnis tief verankert und in Deutschland kaum bekannt.
In diesem Jahr stellen wir bei unserer Gedenkveranstaltung am 1. September (16.30 Uhr am temporären Polen-Denkmal, ehemalige Kroll-Oper) die Massenerschießungen in den Wäldern von Piasnitz (Piaśnica) nordwestlich von Danzig (Gdańsk) in den Mittelpunkt: Zwischen Herbst 1939 und Frühjahr 1940 ermordete die deutsche Besatzungsmacht weit mehr als 10.000 Menschen – Angehörige der polnischen Bildungsschichten, Deutsche und Polen aus dem Reichsgebiet sowie Patienten psychiatrischer Kliniken aus Pommern.
Ab 19.00 finden im Auditorium der Topographie des Terrors – in Zusammenarbeit mit der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum – Vorträge und eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema statt.
Die Gedenkveranstaltung wird seit mehreren Jahren organisiert vom Deutschen Polen-Institut und der Stabsstelle »Deutsch-Polnisches Haus« bei der Stiftung Denkmal für die Ermordeten Juden Europas, in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und der Botschaft der Republik Polen.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin betonte: »Wir gedenken heute, am 1. September, der Opfer des deutschen Überfalls auf Polen und erinnern damit an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 87 Jahren. Die Erinnerung an das unermessliche Leid, das Nazi-Deutschland über Polen und Europa gebracht hat, bleibt eine dauerhafte Verantwortung. Der Gedenkort für die polnischen Opfer in Berlin ist deshalb von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig ist Berlin heute eng mit Polen verbunden. Wir wollen die deutsch-polnischen Beziehungen und auch unsere Städtepartnerschaft mit Warschau weiter stärken. Aus der Geschichte erwächst die Verpflichtung, gemeinsam an einem friedlichen, geeinten und demokratischen Europa zu arbeiten. «
Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, sagte im Vorfeld der Gedenkveranstaltung: »An diesem Ort, an dem 1939 der Überfall auf Polen verkündet wurde, gedenken wir heute des Schicksals aller Polinnen und Polen, die unter der NS-Gewaltherrschaft ihr Leben verloren. Aus den Lehren der Geschichte ist Europa als einzigartiges Friedensprojekt entstanden – ein Projekt, das angesichts von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine heute so aktuell ist wie selten zuvor.«
Dr. Konrad Schmidt-Werthern, Amtschef bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien merkte an: »Wir erinnern heute an das Leid Polens im Zweiten Weltkrieg, an die Millionen Menschen, die ihr Leben und ihre Heimat verloren haben. Die deutschen Besatzer zielten darauf ab, die polnische Identität und Kultur auszulöschen. Dieser nationalsozialistischen Verbrechen waren unfassbar schrecklich, wir dürfen sie nicht vergessen. Daher ist die Errichtung eines dauerhaften Gedenkortes für die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Polen hier bei uns in Berlin, inmitten der Hauptstadt so wichtig. Das geplante Denkmal wird schon bald ein Zeichen gegen das Vergessen und Verdrängen setzen und für eine lebendige Erinnerung, Verständigung und Aufklärung stehen.«
»Der 1. September 1939 gehört zu den tragischen Daten der Weltgeschichte. Der an dem Tag entfesselte Weltkrieg kostete das Leben von Millionen von Menschen, hinterließ Leiden und Ruinen in vielen Ländern. Polen fiel zum ersten Opfer der deutschen Aggression. Heute gedenken wir der Opfer des Krieges und bestreben uns, den Frieden als Verbündete zu bewahren.«, sagte Jan Tombiński, Geschäftsträger a.i. der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland.
Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts, fügte hinzu: »Wir dürfen nicht vergessen. Die Erinnerung an die deutschen Verbrechen soll uns Ansporn dazu sein, die deutsch-polnische Nachbarschaft heute im Geist von Freundschaft und Verständigung zu gestalten.«
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, sagte: »Der 1. September 1939 ist der Tag, der die deutsch-polnische Nachbarschaft bis heute maßgeblich prägt: Der Überfall der Wehrmacht und die anschließende Besatzungsherrschaft haben in ihrer außergewöhnlichen Brutalität fortwährende Wunden in Polen geschlagen. In Deutschland hingegen ist dieses Datum weitgehend vergessen. Das sollen ein Denkmal für die polnischen Opfer und das Deutsch-Polnische Haus als Ort des Gedenkens, der Aufklärung und vor allem der Begegnung zwei europäischer Nationen endlich ändern.«
Weitere Informationen zum Verbrechen von Piasnitz: https://muzeumpiasnickie.pl/de/geschichte/geschichte
Kontakt:
Stabsstelle
Deutsch-Polnisches Haus
Gedenken – Begegnen – Verstehen
dph@stiftung-denkmal.de







