Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Deutsch
    • Englisch
    • Hebräisch
  • Denkmäler
  • Ausstellungen
  • Aktuelles
  • Führungen
  • Publikationen
  • Filme
  • Deutsch
  • Englisch
  • Hebräisch

Studienreise »›Euthanasie‹ und Holocaust« nach Poznań und Łódź

  • 08. Oktober 2026
  • Aktuelles, Werkstattbericht
  1. September – 3. Oktober 2026

Vom 28. September bis zum 3. Oktober 2026 reisten 25 Teilnehmende aus Deutschland nach Poznań und Łódź, um sich mit den nationalsozialistischen »Euthanasie«-Verbrechen, dem Holocaust und den Verbindungen zwischen beiden Verbrechenskomplexen auseinanderzusetzen. Organisiert wurde die Studienreise von what matters gGmbH und dem Deutsch-Polnischen Haus.


In Poznań begab sich die Gruppe zunächst auf die Suche nach Spuren der deutschen Besatzungszeit und der nationalsozialistischen Gewaltpolitik. Dabei wurden auch die Pläne thematisiert, den Warthegau dauerhaft in das Deutsche Reich einzugliedern und die Region umfassend zu »germanisieren«. Besucht wurden unter anderem Fort VII, der ehemalige jüdische Friedhof und der Rusałka-See sowie weitere Orte, die an die Verfolgung und Ermordung der polnischen Bevölkerung erinnern. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rolle Poznańs als Schauplatz früher nationalsozialistischer Mordaktionen und als wichtiger Ort für die Entwicklung der deutschen Besatzungs- und Vernichtungspolitik.

Wichtig war die Erkenntnis, dass diese auch heute noch viele Fragen aufwirft. So haben die deutschen Stadtplaner den heutigen Rusalka-See mit jüdischen Grabsteinen befestigt, die bis jetzt immer noch im See liegen. In Poznań gibt es unterschiedliche Vorstellungen dazu, wie mit diesem »deutschen Erbe« umgegangen werden soll.

Programm der Studienreise, 28.09.–03.10.2026
Programm der Studienreise, 28.09.–03.10.2026
Begrüßung durch das Organisatorenteam
Begrüßung durch das Organisatorenteam
Teilnehmende bei der Einführung in Poznań
Teilnehmende bei der Einführung in Poznań
Neue Synagoge in Poznań, 1940 von den Nationalsozialisten zu einer Schwimmhalle umgebaut.
Neue Synagoge in Poznań, 1940 von den Nationalsozialisten zu einer Schwimmhalle umgebaut.
Rusałka-See (Elsensee) in Poznań, während der deutschen Besatzung von jüdischen und polnischen Zwangsarbeitern angelegt.
Rusałka-See (Elsensee) in Poznań, während der deutschen Besatzung von jüdischen und polnischen Zwangsarbeitern angelegt.
Robert Parzer mit einem Porträt von Herbert Lange vor der Gaskammer in Fort VII, Poznań
Robert Parzer mit einem Porträt von Herbert Lange vor der Gaskammer in Fort VII, Poznań

Auf dem Weg von Poznań nach Łódź besuchte die Gruppe das psychiatrische Krankenhaus »Dziekanka« in Gniezno. Die Einrichtung war während der deutschen Besatzung Schauplatz der Ermordung von Patientinnen und Patienten. Ein im Krankenhaus eingerichtetes kleines Museum informiert über die Geschichte der Einrichtung und die dort begangenen Verbrechen. Der Besuch machte deutlich, dass die nationalsozialistischen »Euthanasie«-Verbrechen nicht auf das Deutsche Reich beschränkt waren, sondern auch in den besetzten Gebieten systematisch fortgesetzt wurden.

In Łódź standen die Geschichte des Gettos Litzmannstadt, Deportationen und die Erinnerung an die verschiedenen Opfergruppen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden besuchten unter anderem das ehemalige Gettogebiet, die Gedenkstätte am Bahnhof Radegast, den jüdischen Friedhof sowie Gedenkorte für Sinti und Roma und das ehemalige Polenjugendverwahrlager.

Ein weiterer Schwerpunkt war die psychiatrische Einrichtung in Łódź »Kochanówka«, wodurch die Auseinandersetzung mit den »Euthanasie«-Verbrechen vertieft werden konnte. Die verschiedenen Stationen der Reise ermöglichten es, Verfolgung, Zwang, Deportation und Mord in ihren unterschiedlichen Formen zu betrachten und miteinander in Beziehung zu setzen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reise war der Besuch von Chełmno (Kulmhof), dem ersten nationalsozialistischen Vernichtungslager. Die Gruppe besuchte die Gedenkstätte, das ehemalige Waldlager und weitere Erinnerungsorte in der Region, wie den Wald von Kleczew. Dabei wurde die Verbindung zwischen den »Euthanasie«-Verbrechen, den Erfahrungen der deutschen Besatzung und der späteren systematischen Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden besonders deutlich.

Ein wichtiger Bestandteil der Reise waren die täglichen Auswertungs- und Gesprächsrunden. Sie boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, die Eindrücke der Besuche gemeinsam zu reflektieren und historische Zusammenhänge zu diskutieren. Ein Gespräch mit Anna Styczyńska, die Reisen von Israelis nach Polen organisiert, widmete sich zudem der polnischen Erinnerungskultur und der Frage, wie unterschiedliche Opfergruppen heute erinnert werden.

Museum in der psychiatrischen Anstalt »Dziekanka«, Gniezno
Museum in der psychiatrischen Anstalt »Dziekanka«, Gniezno
Denkmal für die Opfer des Polen-Jugendverwahrlagers Litzmannstadt
Denkmal für die Opfer des Polen-Jugendverwahrlagers Litzmannstadt
»Schmiede der Roma«, Gedenkort für Sinti und Roma im ehemaligen Getto Litzmannstadt
»Schmiede der Roma«, Gedenkort für Sinti und Roma im ehemaligen Getto Litzmannstadt
Auf diesem Gelände hielten die Nationalsozialisten etwa 5000 Sinti und Roma fest.
Auf diesem Gelände hielten die Nationalsozialisten etwa 5000 Sinti und Roma fest.
Jüdischer Friedhof in Łódź
Jüdischer Friedhof in Łódź
Kirche in Chełmno (Kulmhof), 1944: Sammelstelle für jüdische Deportierte aus dem Getto Litzmannstadt
Kirche in Chełmno (Kulmhof), 1944: Sammelstelle für jüdische Deportierte aus dem Getto Litzmannstadt

Die Studienreise verband historische Bildungsarbeit mit persönlichem Austausch. Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, die Geschichte der »Euthanasie«-Verbrechen und des Holocaust gemeinsam zu betrachten und auch weniger bekannte Orte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik in die Erinnerung einzubeziehen. Eine etwas niederschmetternde Erkenntnis war zum Beispiel, dass die Gedenkstätte in Chełmno, also an einem der wichtigsten Orte in der Geschichte des Holocaust, im letzten Jahr von nur 650 Deutschen besucht wurde.

Die Reise endete mit einer gemeinsamen Auswertung in Łódź und der Rückfahrt nach Berlin.

Denkmal im ehemaligen Waldlager des Vernichtungslagers Kulmhof
Denkmal im ehemaligen Waldlager des Vernichtungslagers Kulmhof
Erinnerungswand im ehemaligen Waldlager des Vernichtungslagers Kulmhof
Erinnerungswand im ehemaligen Waldlager des Vernichtungslagers Kulmhof
Massengräber im Wald bei Kleczew
Massengräber im Wald bei Kleczew

Demnächst

© Ständige Konferenz, Foto: Marko Priske

Gedenken an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 85 Jahren

18. Oktober 2026

Veranstaltungsberichte

20261001D2062

»Jüdisches Ost- trifft jüdisches West-Berlin« – Hermann Simon und Andreas Nachama erinnern sich

1. Oktober 2026

Werkstattberichte

Neue Synagoge in Poznań, 1940 von den Nationalsozialisten zu einer Schwimmhalle umgebaut.

Studienreise »›Euthanasie‹ und Holocaust« nach Poznań und Łódź

8. Oktober 2026

Stiftung

  • Geschäftsstelle
  • Über uns
  • Gesetz und Gremien
  • Offene Stellen

Presse

  • Pressemitteilungen
  • Pressebilder
  • Foto- und Drehgenehmigung
  • Pressekontakt

Service

  • Kontakt
  • Newsletter
  • Buchungsanfrage
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum

Gefördert durch

Logo BKM
aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
Logo StaeKo

Verwaltung

  • AGB
  • VOL/B

Stiftung

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist eine bundesunmittelbare Stiftung, die das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit dem Ort der Information und das  Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma, den Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde sowie das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas betreut.

Geschäftsstelle

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Georgenstraße 23
10117 Berlin
+49 30 263943 0
presse@stiftung-denkmal.de

Neueste Beiträge

Die Ausstellung »Die Verleugneten« in Cottbus3. Januar 2027
Krakau unter deutscher Besatzung 1939–1945. Geschichte und Erinnerung10. November 2026
Kulturzentrum Schloss Reinbek zeigt die Ausstellung »Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof am Ner«8. November 2026
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Cookie-Zustimmung verwalten
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Daten, wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten wir grundsätzlich nicht weiter. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
YouTube und GoogleMaps
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Videos von YouTube wiederzugeben und Karten von GoogleMaps anzuzeigen,
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen ansehen
  • {title}
  • {title}
  • {title}