Lea Rosh wird am 1. Oktober 2026 90 Jahre alt. Als Publizistin und Initiatorin des Denkmals für die ermordeten Juden Europas hat sie die Entstehung eines »sichtbaren Zeichens als Bekenntnis zur Tat« und eines unübersehbaren Ortes zur Erinnerung an die ermordeten Juden Europas vorangetrieben und über Jahrzehnte begleitet.
Im August 1988 schlug Lea Rosh erstmals öffentlich vor, in Berlin ein Mahnmal für die ermordeten Juden Europas zu errichten. Gemeinsam mit dem Historiker Eberhard Jäckel veröffentlichte sie im Januar 1989 den ersten Aufruf der Bürgerinitiative »Perspektive Berlin«. Aus dieser Initiative entstand der Förderkreis, dessen Vorsitzende Lea Rosh bis heute ist.
Mehr als zehn Jahre dauerte der mühsame Weg bis zum Beschluss des Deutschen Bundestages am 25. Juni 1999, den ermordeten Juden Europas im Herzen Berlins ein Denkmal zu widmen. Am 10. Mai 2005 wurde das von Peter Eisenman entworfene Denkmal mit dem Stelenfeld und dem Ort der Information der Öffentlichkeit übergeben.
Anlässlich des 20. Jahrestages des Holocaust-Denkmals im Mai 2025 blickte Lea Rosh auf das von ihr initiierte Projekt zurück: »Heute […] fühle ich Dankbarkeit und auch Demut. Ich bin einfach froh, dass es dieses Denkmal gibt, weil es eben dieses Zeichen der Auseinandersetzung mit unserer Geschichte ist.« Und sie fügte hinzu: »Aber das Wichtigste für mich bleibt, dass die Opfer nicht vergessen werden, und wir hier an sie erinnern.«
Wir danken Lea Rosh für ihre Beharrlichkeit, mit der sie die Erinnerung an die Ermordeten in die Mitte der deutschen Hauptstadt und damit der internationalen Öffentlichkeit gebracht hat. Ihr Engagement steht zugleich für die Verantwortung, Erinnerung in der Gegenwart dauerhaft zu verankern und auch kommenden Generationen zugänglich zu machen.
Wir gratulieren Lea Rosh herzlich zu ihrem 90. Geburtstag!







