Werkstattberichte

11. Februar 2014

Interview mit Pnina Feiler

Die Lebensgeschichte der »kommunistischen Krankenschwester« im Videoarchiv

Pnina Feiler war 15 Jahre alt, als sie im September 1938 gemeinsam mit ihrer Mutter aus dem polnischen Lodz nach Palästina auswanderte. Dank der Unterstützung durch den zionistischen Onkel Albert Epsztajn war es ihnen möglich, Europa zu verlassen und so dem Holocaust zu entrinnen.

Pnina Feiler kam 1923 zur Welt. Ihr Vater, ein Hebräischlehrer, starb, als sie zwei Jahre alt war. Die Mutter arbeitete im Textilgeschäft der Großeltern, die eine große Rolle bei der Erziehung von Pnina Feiler einnahmen. 1935 wurde ihr älterer Bruder David bei einer illegalen kommunistischen Versammlung verhaftet. Die einzige Möglichkeit, der Haftstrafe zu entgehen, war seine Auswanderung nach Palästina. Pnina Feiler und ihre Mutter folgten drei Jahre später. Sofort begann sie mit dem Erlernen der hebräischen Sprache und besuchte ein Gymnasium. Bei Veranstaltungen der kommunistischen Parteijugend lernte sie Rolf Elieser Feiler kennen, den sie 1946 heiratete. Doch zunächst ging sie nach Beirut, wo sie ein Medizinstudium aufnahm, das sie jedoch aufgrund des sich abzeichnenden Israelischen Unabhängigkeitskrieges aufgeben musste. In Tel Aviv versorgte sie als Krankenschwester die verwundeten Soldaten, was ihre politische Haltung prägte: Sie betätigte sich in der Linken und arbeitete auch nach ihrer Pensionierung als Freiwillige in den palästinensischen Autonomiegebieten, um medizinische Hilfe zu geben. Zum Zeitpunkt des Interviews war sie neunzig Jahre alt.

Pnina Feiler (01175/sdje/0067). Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, 15. November 2013 (Yad Hana). Durchführung: Lennart Bohne, Daniel Baranowski und Daniel Hübner. Transkription und Bearbeitung: Lennart Bohne.

Bild: Pnina Feiler, Yad Hana, 15. November 2013

Bild: Pnina Feiler, Yad Hana, 15. November 2013