Werkstattberichte

15. Oktober 2018

Baubeginn an den Projektorten in der Ukraine

Im Oktober 2018 begannen an fünf Orten des Projektes »Erinnerung bewahren« Bau- bzw. Vorbereitungsmaßnahmen für die Gedenk- und Informationsorte.

In Chashyn bei Berdytschiw wird das topografisch schwierige und großflächige Gelände für eine detaillierte Vermessung von Wildwuchs befreit. Im Frühjahr 2019 sollen hier die Bauarbeiten beginnen. Infolge regelmäßiger Schändung und Plünderung des Massengrabes liegen menschliche Überreste umher. Rabbi Herszaft vom Londoner Komitee für den Schutz jüdischer Friedhöfe in Europa begleitet daher die bauvorbereitenden Maßnahmen. Er sorgt für eine würdevolle Bestattung der vorgefundenen Überreste und für die Wahrung des jüdischen Gebots der Totenruhe.

In Plyskiw und Wachniwka gibt es jeweils zwei Gedenkorte, an denen die Bauarbeiten zeitgleich verlaufen. An allen Orten erfährt das Projekt große Unterstützung von Dorfräten und lokalen Gemeinden.

Bild: Die Topografie des Ortes und regelmäßige Plünderung in Chashyn bei Berdytschiw stellen eine besondere Herausforderung für den Schutz der Gräber dar. Ab Mitte August 1941 wurde dieser Ort mehrfach für Massenerschießungen von Juden genutzt.

Bild: Am Gedenkort im Wald von Wachniwka – einem Massengrab mit mindestens 400 ortsansässigen Juden – musste als erstes die zerfallende Steinmauer erneuert werden.

Bild: Arbeiten zum Schutz des Massengrabes von etwa 40 bis 50 jüdischen Opfern auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof am Rande von Wachniwka.

Bild: Ein kleineres Massengrab mit einer unbekannten Zahl von jüdischen Opfern befindet sich heute mitten in Plyskiw und ist mit Betonelementen ummauert. Die Oberfläche der Grabstätte wird durch Steine geschützt und durch eine Gedenk- und eine Informationstafel ergänzt.

Bild: Das große Grab am Rande von Plyskiw wurde von Wildwuchs befreit und das Gelände für die Bauarbeiten vorbereitet. Hier wurden zwischen 1941 und 1943 wiederholt Juden aus dem Ort und seiner Umgebung ermordet. Bei der größten »Aktion« im Oktober 1941 erschossen SS-Angehörige und einheimische Hilfswillige an einem Tag über 500 Juden.