Veranstaltungsberichte

27. September 2019

»Liebe ist stärker als die Zeit« von Leslie Maitland – Buchvorstellung mit Claus Schneggenburger und Reinhard Hübsch

Am 26. September 2019 fand um 18 Uhr im Ort der Information des Denkmals für die ermordeten Juden Europas die Buchvorstellung von »Liebe ist stärker als die Zeit«, geschrieben von Leslie Maitland, statt. Über 120 Gäste waren gekommen, um an der Vorstellung des Buches durch Claus Schneggenburger und Reinhard Hübsch teilzunehmen.

Claus Schneggenburger, ehemaliger Leiter des SWR-Studios Freiburg, hat dieses Buch, im Original »Crossing the Borders of Time«, aus dem Amerikanischen übersetzt. Insgesamt fast 700 Seiten hat er ins Deutsche übertragen, obwohl er eigentlich kein Übersetzer ist, sondern studierter Amerikanist, der als Korrespondent lange in London lebte. Er war so fasziniert von dieser Familiengeschichte, dass er sich dieser Herausforderung unbedingt stellen wollte.

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, eröffnete den Abend mit einem Zitat von Kurt Tucholsky zum Thema Liebe: »Man denkt oft, die Liebe sei stärker als die Zeit. Aber immer ist die Zeit stärker als die Liebe« und übergab diesen Gedanken an den Moderator des Abends, Reinhard Hübsch. Im Gespräch mit Claus Schneggenburger griffen sie gemeinsam einzelne besonders eindrückliche Momente der Lebensgeschichte von Hanna (Janine) Günzburger heraus. Claus Schneggenburger las dazu ausgewählte Passagen aus dem Buch selbst vor.

Leslie Maitland, die Tochter von Hanna (Janine) Günzburger und ehemalige investigative Reporterin der New York Times, erzählt in diesem Buch eine berührende Familiengeschichte. Ihre Mutter Janine wurde 1923 in Freiburg als Kind jüdischer Eltern geboren. 1938 flieht die Familie Günzburger, Vater Sigmar, Mutter Alice und die Kinder Norbert, Hanna (Janine) und Gertrude, ins Elsass. Dort lernt Janine Günzburger Roland kennen – beide verlieben sich ineinander und schwören sich ewige Treue. Doch Janines Familie wird zur Flucht gezwungen und das junge Paar auseinandergerissen. Mit dem letzten Schiff, das in Marseille Juden aufnimmt, gelingt es Sigmar und Alice, mit ihren Kindern nach Kuba zu entkommen, wo sie ein halbes Jahr interniert werden, ehe sie im Juli 1943 endlich in die USA einreisen dürfen. Janine baut sich in New York ein neues Leben an der Seite eines Amerikaners auf. Jahre später macht sich Janines Tochter Leslie auf die Suche nach Roland, der großen Liebe ihrer Mutter ...

Leslie Maitland war gemeinsam mit ihrem Sohn, Zack, ebenfalls unter den Gästen. Sie betonte ihr Anliegen, vor allem Geschichte erzählen zu wollen sie wolle Vergangenes nicht einfach Vergangenheit sein lassen.

Bild: Leslie Maitland, Autorin

Bild: Uwe Neumärker begrüßt die Gäste

Bild: Reinhard Hübsch und Claus Schneggenburger

Bild: Leslie Maitland, Reinhard Hübsch und Schneggenburger

Bild: Reinhard Hübsch und Schneggenburger

Bild: Büchertisch

Bild: Gäste der Buchvorstellung

Bild: Einladungskarte zur Veranstaltung