Veranstaltungsberichte

11. Oktober 2018

Leuphana Universität Lüneburg zeigt Wanderausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung«

Am 2. Oktober 2018 wurde in Lüneburg, im Zentralgebäude der Leuphana Universität im Libeskind Auditorium, um 18 Uhr die Wanderausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« eröffnet.

Die Ausstellung würdigt die Opfer des Vernichtungslagers Malyj Trostenez. Zwischen 1942 und 1944 wurden in dem nahe Minsk gelegenen Lager 60.000 bis 80.000 Menschen – überwiegend Juden – ermordet. Die Wanderausstellung zeigt zugleich, auf welche Weise und an welchen Orten in Belarus, Deutschland, Österreich und Tschechien der Ermordeten gedacht wird. Malyj Trostenez soll so in der öffentlichen Wahrnehmung als europäischer Tat- und Erinnerungsort verankert werden.

Zur Eröffnung im Libeskind Auditorium sprachen Christian Brei, Hauptamtlicher Vizepräsident der Leuphana, und Christel John, Bürgermeisterin der Hansestadt Lüneburg, ein Grußwort. Prof. (apl.) Dr. Ulf Wuggenig, Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften, und Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, führten in die Ausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung« ein.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung bot bisher zahlreiche vertiefende Vorträge unter anderen zum Thema »Malyj Trostinez und die vielen Gesichter deutscher Gewalt in Weissrussland 1941–1944«. Adam Kerpel-Fronius, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Denkmal und Kurator der Wanderausstellung, sprach am 8. Oktober 2018 in Lüneburg, über die Entstehung dieser Ausstellung, die Zusammenarbeit unter den Partnern, die Herausforderungen und Erfolge dieses deutsch-belarussischen Pilotprojektes. Zuvor, am gleichen Abend, hielt der Minsker Historiker Dr. Aliaksandr Dalhouski, als wissenschaftlicher Mitarbeiter ebenfalls an der Entstehung der Ausstellung beteiligt, einen Vortrag über die »Transformation des sowjetischen Gedenkortes bei Trostenez in einen gesamteuropäischen Erinnerungsort«.

Noch über die Dauer der Ausstellungspräsentation hinaus wird es Vorträge geben, so wird Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung, am 30. Oktober 2018 im Lüneburger Ostpreußisches Landesmuseum über das Thema »Von Ostpreußen nach Minsk – die Deportation der Juden. Ereignisse und Erinnerung« sprechen. Prof. Dr. Dieter Pohl, Historiker, Universität Klagenfurt, referiert am 6. November um 18 Uhr über »Der deutsche Vernichtungskrieg in globalhistorischer Perspektive«. Hannes Heer, Historiker, Regisseur, Kurator, Publizist, Hamburg, wird am 15. November, 18 Uhr, über »Das Ende der Legende von der ›sauberen Wehrmacht‹ und die neuen Legenden« einen Vortrag halten. Am 13. Dezember um 18 Uhr spricht Dr. Felix Klein, Jurist, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Berlin, über »Die Erinnerung an den Holocaust und die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen als Maßnahme im Kampf gegen den Antisemitismus«.

Die Wanderausstellung »Malyj Trostenez«, die noch bis 4. November 2018 in Lüneburg zu sehen sein wird, ist eine Ausstellung des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks gGmbh (IBB Dortmund), der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte »Johannes Rau« Minsk (IBB Minsk) und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, gefördert vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. und dem Auswärtigen Amt.

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Wanderausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung«
4. Oktober bis 4. November 2018, Zentralgebäude der Leuphana von Daniel Libeskind, Erdgeschoss, Universitätsallee 1, 21332 Lüneburg

Öffnungszeiten, Mo - Di, Do - Fr 10 – 13 Uhr, 14 – 18 Uhr, Sa. 10 – 13 Uhr, Mittwoch geschlossen.

Führungen für Gruppen ab dem 9. Oktober, vorab zu vereinbaren über 0170 4519909 und ab dem 15. Oktober über 014131-677-2601 oder -1750

Mehr Information finden Sie unter: http://kunstraum.leuphana.de/veranstaltungen/malyj_trostenez.html

 

 

Bild: Eröffnung der Ausstellung

Bild: Adam Kerpel-Fronius spricht begleitend zur Ausstellung über die Ausstellung und ihre Entstehungsgeschichte

Bild: Blick in die Ausstellung