Veranstaltungsberichte

20. April 2018

»Die Rosenstraße war schwarz vor Menschen.«

Am 20. April begegneten mehr als 100 Schüler verschiedener Berliner und Brandenburger Oberstufen dem Zeitzeugen Horst Selbiger. Im Ort der Information des Holocaust-Denkmals sprach Horst Selbiger mit der Moderatorin Elisa Mauke von der Schwarzkopf-Stiftung über seine Verhaftung während der sogenannten Fabrikaktion am 27. Februar 1943. Wie er und mehr als tausend andere Juden auf LKW verladen und in verschiedene »Judenhäuser« verbracht wurden. Er erzählte, wie sich diese Verhaftung in Berlin wie ein Lauffeuer herumsprach und die Ehepartner und anderen Angehörigen sich zu großen Protesten – an denen auch Horst Selbigers Mutter und Großeltern teilnahmen – versammelten. In der Rosenstraße standen sie und riefen: »Lasst unsere Männer frei! Lasst unsere Frauen frei!«
Im Anschluss durften die Schüler Fragen stellen. Und so wollte eine Schülerin wissen, wie es sich mit mutwilliger Sabotage während seiner Zwangsarbeit verhalten habe. Horst Selbiger gab an: »Also, wenn ich mich recht erinnere, hab ich nur Ausschuss produziert. Aber so was war gefährlich. Und ich hatte immer Angst, dass sie mich in die Anstalt für Jugendliche in die Wuhlheide schicken würden.«

Bild: Sarah Friedrich, Stiftung Denkmal; Foto: Adrian Jankowski

Bild: Tobias Frietzsche, Schwarzkopf-Stiftung; Foto: Adrian Jankowski

Bild: Horst Selbiger mit Elisa Mauke, Schwarzkopf-Stiftung; Foto: Adrian Jankowski

Bild: Adrian Jankowski

Bild: Adrian Jankowski

Bild: Adrian Jankowski