Gründung der Stiftung & Chronologie

Bild: Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn

Am 25. Juni 1999 fasste der Deutsche Bundestag nach langjähriger Debatte mehrheitlich und parteiübergreifend den Beschluss, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zu errichten. Für die Umsetzung des Beschlusses, die Planung und Verwirklichung von Stelenfeld und Ort der Information wurde mit Wirkung vom 6. April 2000 die bundesunmittelbare Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, eine Stiftung des öffentlichen Rechts, gegründet.

Die Stiftung hatte zwischen April 2003 und Mai 2005 die Bauherrenfunktion für das Denkmal inne und ist nunmehr für den Betrieb des Denkmals als Ort des Gedenkens, der Aufklärung und Begegnung zuständig. Laut Stiftungsgesetz ist sie außerdem verpflichtet, dazu beizutragen, »die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus und ihre Würdigung in geeigneter Weise sicher zu stellen« sowie auf die »authentischen Stätten des Gedenkens« zu verweisen. Auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen sowie das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma werden von der Stiftung betreut.

Chronologie der Stiftung


Die Diskussion um das Denkmal

Dem Beschluss des Bundestages war ein langjähriger intensiver Diskussions-prozess vorausgegangen. Den Anstoß zu dem Vorhaben gab 1988 ein Kreis um die Publizistin Lea Rosh. Dem Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e. V. gelang es in den folgenden Jahren, große Teile der Öffentlichkeit für die Verwirklichung eines »unübersehbaren Denkmals für die ermordeten Juden Europas« zu gewinnen. Seit Beginn dieser Diskussion hat sich in Deutschland viel verändert. Wiedervereinigung und Umzug von Parlament und Regierung in die alte und neue Hauptstadt Berlin haben dazu geführt, dass das Denkmalprojekt zum Gegenstand einer grundsätzlichen Debatte über das historische Selbstverständnis der Deutschen am Ende des 20. Jahrhunderts wurde. Dieser Prozess der  Selbstverständigung war und ist mit lebhafter Kritik und widerstreitenden Gefühlen verbunden. Entsprechend engagiert wurden viele  Auseinandersetzungen um das Denkmal geführt.

Allein die schon vor Baubeginn geführte Debatte um das Denkmalprojekt zeigt seine große Bedeutung. Aktive und lebendige Auseinandersetzungen werden das Denkmal und den Ort der Information auch weiterhin begleiten.