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28. Oktober 2019

Zum Tod von Vera Friedländer

Die Berliner Schriftstellerin Vera Friedländer ist am 25. Oktober 2019 im Alter von 91 Jahren gestorben.
Frau Friedländer wurde 1928 in Woltersdorf (Brandenburg) geboren. Sie war Mitbegründerin des Jüdischen Kulturvereins Berlin und hatte in ihrem 2016 erschienenen autobiografischen Werk »Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander« (Das Neue Berlin) über ihren Lebensweg berichtet.
Als 15-Jährige beteiligte sie sich 1943 am Protest in der Berliner Rosenstraße, um die Freilassung jüdischer Männer aus der Gestapo-Haft zu erreichen.
Die Nationalsozialisten ermordeten zahlreiche Mitglieder ihrer Familie; Vera Friedländer musste in einer Schuhfabrik Zwangsarbeit leisten. Nach dem Krieg studierte sie Germanistik und war Professorin an der Universität Warschau.
Als Zeitzeugin hielt sie am 18. Oktober 2018 eine berührende Rede während der Gedenkzeremonie am Mahnmal »Gleis 17«. Sie endete mit einem Zitat Berthold Brechts: »Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde! Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!«
Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist in Gedanken bei ihrer Familie und ihren Freunden.

Bild: Zeitzeugin Vera Friedländer, Foto Marko Priske

Bild: v.l.n.r. Sawsan Chebli, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal, Vera Friedländer, Germanistin und Schriftstellerin, Prof. Dr. Johannes Tuchel, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum 2018 und Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Foto: Marko Priske

Bild: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, und Vera Friedländer