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06. September 2019

Wanderausstellung »Was damals Recht war ...« wird in der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V. gezeigt

ab 6. September 2019, Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V., Treppe gegenüber der Hausnummer 61 der Martin-Luther-Straße, Remscheid

Die Ausstellung »Was damals Recht war ...« – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht erinnert an Tausende zu Unrecht Verurteilte der nationalsozialistischen Militärjustiz im Zweiten Weltkrieg. Unter ihnen waren deutsche und österreichische Wehrmachtdeserteure, Kriegsdienstverweigerer, sogenannte Wehrkraftzersetzer und Zivilisten und Zivilistinnen besetzter Länder.

In Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen sowie der Stiftung Gedenken und Frieden lädt der Verein »Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V.« ein zu einer Führung durch die Ausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall in Remscheid ein.

Die Führungen finden statt am Samstag, dem 7. September, um 10.30 Uhr durch Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Kurator dieser Ausstellung, sowie am Sonntag, dem 8. September, um 11 Uhr, durch ausgebildete Guides. (Bitte nutzen Sie den Zugang über die Treppe gegenüber der Hausnummer 61 der Martin-Luther-Straße, Parkmöglichkeit auf dem Schützenplatz.)

Ausgehend von einer Initiative ihres Beirats und gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag, auch nicht-jüdischer Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, hat die Stiftung – in Kooperation mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V. – eine Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz erarbeitet. Die Ausstellung informiert über Unrecht und Willkür der NS-Militärjustiz und dient der gesellschaftlichen Verankerung der erst zwischen 2002 und 2009 erfolgten rechtlichen Rehabilitierung ihrer Opfer.

Im Zentrum der Präsentation stehen Fallgeschichten, bei denen es nicht nur um Personen geht, die als Deserteure abgeurteilt wurden, sondern auch um so genannte Wehrkraftzersetzer und Volksschädlinge. Darüber hinaus werden Biografien von Angehörigen des Widerstandes in besetzten europäischen Ländern dargestellt. Insgesamt wurden mindestens 22.000 Menschen hingerichtet, unzählige andere starben in Lagern oder in Strafeinheiten. Die Fallgeschichten auch werden in Überblicksdarstellungen zur Geschichte der deutschen Militärjustiz zwischen 1871 bis 1939 eingebettet. Zum Schluss nimmt die Ausstellung die Ausgrenzung und Nichtachtung überlebender Justizopfer in den deutschen Nachkriegsstaaten in den Blick.

Zur Eröffnung der Ausstellung werden neben einem Vertreter des Remscheider Vereins auch Thomas Kutschaty (MdL, SPD), Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Stadt Remscheid und Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Kurator der Ausstellung, das Wort ergreifen.

Im Anschluss an die feierliche Eröffnung wird gegen 13 Uhr Herr Baumann durch die Ausstellung führen.

Bild: »Was damals Recht war ...« ab 15. Juni 2019 im Forum Geesseknäppchen