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21. November 2017

Stalingrad-Reflexe – Veranstaltungsreihe 2017/18

21. November 2017, 19 Uhr, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin

Anlässlich des 75. Jahrestages wendet sich die Vortrags- und Filmreihe dem Phänomen »Stalingrad« zu. Es gilt an eine gewaltige Schlacht mit ihren vielen Opfern zu erinnern, deren Nachwirkung sich bis heute kaum einer entziehen kann. Wer in Deutschland über die Schlacht redet oder schreibt, kann es schwer vermeiden, Begriffe wie »Untergang«, »Fanal« oder »Wendepunkt« zu verwenden. Ebenso ist auch im Russischen der Begriff »Wendepunkt« schnell in aller Munde, gefolgt von »Sieg« und »Nach Berlin!«. Schon die Wortwahl lässt erahnen, dass viele unterschiedliche Geschichten entstanden sind, seit die Schlacht an der Wolga endete. In der deutschen Erinnerung geschah das am 31. Januar, in der sowjetischen am 2. Februar 1943. In drei deutsch-russischen Gesprächsrunden sowie einer fünfteiligen, kommentierten Filmreihe mit sowjetischen/russischen und west- wie ostdeutschen Werken spüren wir dem Phänomen »Stalingrad« nach.

Das Programm zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier als PDF.

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VERANSTALTUNGEN IM DEUTSCH-RUSSISCHEN MUSEUM BERLIN-KARLSHORST
Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin
Anmeldungen bitte an: anmeldungen [at] volksbund.de

24. OKTOBER 2017, 19 UHR
»Schneise der Vernichtung«

Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. Dieter Pohl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Dr. Andrej Umansky, Universität zu Köln
Moderation: Dr. Jörg Morré, Museum Berlin-Karlshorst

Die 6. Armee stand auf dem südlichen Flügel der gewaltigen deutschen Streitmacht, die im Juni 1941 die Sowjetunion überfiel. In einem Jahr zog sie quer durch die Ukraine, bis die Entscheidung fiel, die wichtige Industriestadt Stalingrad anzugreifen. Voller Überzeugung stellte sich das Oberkommando der 6. Armee wissentlich in den Dienst der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. In ihrem Befehlsbereich ereigneten sich die ersten Massenerschießungen an sowjetischen Juden, so auch das Massaker von Babij Jar. Soldaten der 6. Armee führten sogenannte Vergeltungsaktionen gegen Partisanen und Zivilbevölkerung durch. Die Stadt Charkow wurde ausgehungert. Eine Schneise der Vernichtung hinter sich lassend, bahnte sich die 6. Armee den Weg bis an die Wolga.


21. NOVEMBER 2017, 19 UHR
»Wendepunkt Stalingrad«


Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. Sönke Neitzel, Universität Potsdam, Prof. Dr. Roman Boldyrev, Universität Archangelsk
Moderation: Uwe Neumärker, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

In der Wahrnehmung der Schlacht von Stalingrad klaffen Expertenwissen und öffentliche Wahrnehmung auseinander. Damals wie heute wussten Militärexperten, dass sich die Wehrmacht ab 1942 in einem Stellungskrieg befand, der von ihr kaum zu gewinnen war. In der deutschen Bevölkerung aber kam erst mit der verlorenen Schlacht von Stalingrad ein Gefühl von Niederlage auf. Und selbst das konnte noch lange Zeit verdrängt werden. Umgekehrt schöpfte die sowjetische Bevölkerung mit dem Sieg der Roten Armee an der Wolga erstmals Hoffnung. Sehr schnell wurde auf beiden Seiten der Begriff der »Entscheidungsschlacht« geprägt. Es ist bis heute eine populäre Vorstellung, der Krieg gegen die Sowjetunion habe erst durch die Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad eine andere Wendung erhalten.


8. FEBRUAR 2018, 19 UHR
»Erinnerung an Stalingrad«

Podiumsgespräch: Anton Artamonov, Panorama-Museum »Stalingrader Schlacht«, Paula Schülke, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., Zuständige für Städtepartnerschaft aus den Stadtverwaltungen in Köln und Wolgograd mit Beispielprojekten von Jugendlichen zur Erinnerungskultur, Dr. Torsten Diedrich (angefragt), Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Moderation: Dr. Jörg Morré, Museum Berlin-Karlshorst

Mit »Stalingrad« verbinden Menschen bis heute bestimmte Assoziationen und Bilder. Das gilt sowohl für die deutsche Gesellschaft, als auch für die sowjetische und die aus ihr hervorgegangenen Gesellschaften. Die Memorialisierung der Schlacht um Stalingrad ist vielfältig und durch die jeweilige Erinnerungs- und Gedenkkultur eines Landes geprägt. Sobald der 75. Jahrestag von »Stalingrad« hinter uns liegt, wollen wir mit deutschen und russischen Akteuren der Erinnerungskultur über die Memorialisierung dieses Ereignisses reden. Dabei soll es um das Zuhören und Nachfragen, das Hinterfragen und möglicherweise auch das Unverständnis gehen, wenn man den Blick auf die Formen des Gedenkens des Anderen richtet.

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FILMREIHE IM ZEUGHAUSKINO
24. Januar bis 7. Februar 2018, Zeughauskino, Unter den Linden 2, 10117 Berlin · Freier Eintritt

JANUAR

Mittwoch, 24. Januar 2018, 20 Uhr
»Stalingrad«, UdSSR 1943, Leonid Varlamov, 78‘, englische Fassung · Einführung: Dr. Christoph Hesse, Freie Universität Berlin

Freitag, 26. Januar 2018, 18.30 Uhr
»Die große Wende / Velikiy perelom«, UdSSR 1945, Friedrich Ermler, 108‘, OmU · Einführung: Dr. Günter Agde, Filmhistoriker, Journalist und Autor

Freitag, 26. Januar 2018, 21 Uhr
»Hunde, wollt ihr ewig leben«, BRD 1959, Frank Wisbar, 93‘ · Einführung: Dr. Günter Agde, Filmhistoriker, Journalist und Autor

Mittwoch, 31. Januar 2018, 20 Uhr
»Die letzten Briefe«, UdSSR 1968, Harry Stoitschew, Sawwa Kulisch, 30‘, deutsche Fassung ·
»… damit es weitergeht«, DDR 1970, Richard Cohn-Vossen, 30‘ ·
»Schlachtfelder«, DDR 1985, Peter Voigt, 51‘ · Einführung: Dr. Günter Agde, Filmhistoriker, Journalist und Autor


FEBRUAR

Sonntag, 4. Februar 2018, 16.30 Uhr
»Sie kämpften für die Heimat«, UdSSR 1975, Sergej Bondartschuk, 150‘, deutsche Fassung ·
Einführung: Fabian Tietke, Kurator und Filmjournalist

Sonntag, 4. Februar 2018, 20 Uhr
»Stalingrad«, BRD 1993, Joseph Vilsmaier, 138‘ · Einführung: Fabian Tietke, Kurator und Filmjournalist

Mittwoch, 7. Februar 2018, 20 Uhr
»Stalingrad 3D«, RUS 2013, Fjodor Bondartschuk, 135‘, OmU · Einführung: Fabian Tietke, Kurator und Filmjournalist


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EINE KOOPERATION VON
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. www.asf-ev.de

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst www.museum-karlshorst.de

Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« www.stiftung-evz.de

Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. www.gegen-vergessen.de

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas www.stiftung-denkmal.de

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. www.volksbund.de

In Zusammenarbeit mit dem Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums Berlin www.zeughauskino.de

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VERANSTALTUNGSORTE UND KONTAKT

Podiumsgespräche
24. Oktober 2017, 21. November 2017, 8. Februar 2018: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst,
Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin, Anmeldungen bitte an: anmeldungen [at] volksbund.de


Filmvorführungen
24. Januar bis 7. Februar 2018: Zeughauskino, Unter den Linden 2, 10117 Berlin · Tel. +49 (0)30 20 304 –770 www.zeughauskino.de

 

 

Bild: Titelbild Faltblatt Stalingrad-Reflexe