19. August 2013

Yad Vashem ehrt Hulda und Otto Pankok als »Gerechte unter den Völkern«

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrt den Maler Otto Pankok (1893–1966) und seine Ehefrau, die Journalistin Hulda Pankok (1895–1985, geb. Droste), mit dem Titel »Gerechte unter den Völkern«. Das teilte Felix Pankok, Beiratsmitglied der Otto-Pankok-Stiftung, am Montag, den 19. August 2013, mit.

Otto und Hulda Pankok versteckten 1944 den mit Pankok befreundeten Maler Mathias Barz (1895–1982) und dessen jüdische Ehefrau Brunhilde (1896–1965, geb. Stein) in ihrem Haus in Pesch bei Münstereifel vor der Gestapo. Das Verstecken und Beherbergen des Ehepaars wurde besonders gefährlich, als Soldaten im Erdgeschoss des Hauses einquartiert wurden. Indem Otto und Hulda Pankok das befreundete Paar in einer Dachkammer versteckt hielten, entging Brunhilde Barz der Verschleppung in ein Konzentrationslager.

Der von den Nationalsozialisten diffamierte Maler, Graphiker und Bildhauer Otto Pankok gilt als einer der bedeutendsten deutschen Künstler des expressiven Realismus. Über viele Jahrzehnte wandte er sich inhaltlich vor allem dem leidenden Menschen und den Menschen am Rande der Gesellschaft zu. Sinti und Roma sowie die Lebenssituation von Angehörigen der Minderheit, der sich Pankok eng verbunden fühlte, waren immer wieder Gegenstand seines künsterlischen Schaffens.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, über Otto Pankok: »Es gibt keinen anderen deutschen Künstler, in dessen Werk sich der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma so unmittelbar widerspiegelt wie bei Otto Pankok. [...] In den Kohlebildern, die Pankok am Vorabend des ›Dritten Reiches‹ im Düsseldorfer Heinefeld schuf, blicken uns Menschen entgegen, deren Spuren sich in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern verlieren. [...] Pankoks nach dem Krieg entstandene Darstellungen von Düsseldorfer Sinti, die den Nazi-Terror überlebt hatten, gehören bis heute zu den bedeutendsten Beiträgen künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust an unserer Minderheit.«

Für die Rettung von Mathias und Brunhilde Barz erhalten Otto und Hulda Pankok in diesem Jahr nun posthum den Ehrentitel »Gerechte unter den Völkern«. Insgesamt wurden bisher über 24.800 Menschen mit dem Titel »Gerechter unter den Völkern« geehrt. Allerdings sind nur etwas mehr als 500 Deutsche darunter. Die in der deutschen Öffentlichkeit bekanntesten sind Berthold Beitz und Oskar Schindler. Die Auszeichnung des Staates Israel geht an Menschen die selbst keine Juden sind und die Juden vor dem Holocaust gerettet haben. Voraussetzung ist, dass die Helfer keine Gegenleistung verlangten und nachweislich ein persönliches Risiko eingingen.

Kontakt:

Felix Pankok
Mitglied des Beirates der Otto-Pankok-Stiftung
E-Mail:

Otto Pankok und Düsseldorfer Sinti bei der Eröffnung seiner Ausstellung »Zigeuner« in der Kunsthalle Düsseldorf, 1932

Otto Pankok und Düsseldorfer Sinti bei der Eröffnung seiner Ausstellung »Zigeuner« in der Kunsthalle Düsseldorf, 1932