13. Dezember 2017

Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz in Saarbrücken

»›Was damals Recht war…‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht«

Vom 15. Dezember 2017 bis 9. Februar 2018 präsentieren die Landeshauptstadt Saarbrücken, die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlands und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas die Wanderausstellung »›Was damals Recht war…‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht« im Hauberrisser Saal des Rathauses Saarbrücken St. Johann.

Eröffnung:

Die feierliche Eröffnung findet am 14. Dezember 2017 um 18 Uhr im Hauberrisser Saal des Rathauses St. Johann, Rathausplatz 1, 66111 Saarbrücken statt. Thomas Brück, Dezernent für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Umwelt der Stadt Saarbrücken, wird ein Grußwort halten. Anschließend führt Dr. Ullrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal und Co-Kurator der Ausstellung, in die erinnerungspolitische Bedeutung der Ausstellung ein und gibt eine Führung.

Hintergrund zur Ausstellung:

Die Ausstellung zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten, der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen und als Deserteure, so genannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge, ihr Leben verloren. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen nach 1945 den überlebenden Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Der Deutsche Bundestag hob erst von 2002 bis 2009 die Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges auf. Zu den zehntausenden Opfern dieser Justiz zählen auch Widerstandskämpfer aus nahezu ganz Europa, die in ihren von der Wehrmacht besetzten Heimatländern oder in Deutschland inhaftiert, vor Gericht gestellt und in großer Zahl exekutiert worden sind.

Ein Verurteilter der NS-Militärjusitz war der Autoschlosser Hugo Ruf, der aus der saarländischen Gemeinde Riegelsberg stammte und 1941 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Ab dem Mai 1943 gehörte er der Sturmpanzer-Abteilung 216 an. Nach der verlustreichen Panzerschlacht bei Kursk gründete er einen Soldatenrat der, nach dem Ruf ein Flugblatt des »Nationalkomitees Freies Deutschland« fand, in ein Nationalkomitee umgewandelt wurde. Die Soldaten ließen ihrem Unmut mehrmals freien Lauf, worauf die Feldpolizei Ermittlungen gegen sie aufnahm. Der 23 jährige Hugo Ruf wurde am 22. Dezember 1943 wegen Kriegsverrat, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Insgesamt wurden 11 der 17 Angeklagten aus der Sturmpanzerabteilung 216 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Verurteilungen wegen Kriegsverrat gehören zu den Urteilen die der Bundestag erst vor wenigen Jahren aufhob.

Konzept:

Konzipiert wurde die Ausstellung von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, unterstützt von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt – Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.

Mehr Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter:

www.stiftung-denkmal.de/ausstellungen/was-damals-recht-war.html

Ausstellungskatalog:

Der Begleitband zur Wanderausstellung dokumentiert mit zahlreichen Fotos, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Aktenstücken das Schicksal von Soldaten und Zivilisten, die zwischen 1939 und 1945 zu Opfern der deutschen Wehrmachtjustiz wurden. Der Katalog ist für 15 € erhältlich unter E-Mail info@stiftung-denkmal.de

Ausstellungseröffnung:

14. Dezember 2017, 18 Uhr, Hauberrisser Saal des Rathauses St. Johann

Ausstellungsort: Hauberrisser Saal des Rathauses St. Johann, Rathausplatz 1, 66111 Saarbrücken

Ausstellungsdauer: 15. Dezember 2017 bis 9. Februar 2018

Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00 – 18.00 Uhr

Führungen: Nach telefonischer Anmeldung unter (0681) 905 – 4904 oder Christel.drawer@saarbruecken.de, auch Führungen für Schulklassen sind möglich.

Eintritt: frei

Auskünfte unter: Christel.drawer@saarbruecken.de, Telefon: (0681) 905 – 4904

Kontakt

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Tel.: +49 (0)30 26 39 43 26

E-Mail: presse@stiftung-denkmal.de

Internet: www.stiftung-denkmal.de